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Erschossener Georgier : Steckt der russische Geheimdienst hinter dem Mord?

  • Aktualisiert am

Die Spurensicherung untersucht den Tatort in einem Park in Berlin-Moabit. Bild: EPA

Es gibt offenbar Verbindungen zwischen einem russischen Geheimdienst und dem Mord an einem 40 Jahre alten Georgier in Berlin. Die Reisepass-Nummer des mutmaßlichen Täters führt einem Bericht zufolge ins Moskauer Innenministerium.

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          Ein russischer Geheimdienst könnte in den Mord an einem Georgier in Berlin verwickelt sein. Nach Angaben der Zeitschrift „Der Spiegel“ reiste der mutmaßliche Täter aus Russland mit gefälschter Identität ein. Seine Personalien, Wadim Andrejewitsch Sokolow, 49 Jahre und wohnhaft in Irkutsk, ließen sich im russischen Pass- und im Führerscheinregister nicht finden.

          Die Nummer seines Reisepasses führe zu einer Einheit im Moskauer Innenministerium, die schon früher Dokumente für den Militärgeheimdienst GRU ausgestellt habe. Vor einer Woche war der aus Georgien stammende, 40 Jahre alte Tschetschene Selimchan Changoschwili durch zwei Kopfschüsse im Kleinen Tiergarten getötet worden. Er war Ende 2016 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen, nachdem er mehrfach bedroht worden war und auch Mordanschläge überlebt hatte. Es scheint, als könnten die Motive für den Mord in die Zeit der Tschetschenienkriege zurückreichen. Nach Angaben der georgischen Bürgerrechtsorganisation EMC kämpfte Changoschwili im zweiten Tschetschenien-Krieg (1999-2009) gegen die Russen.

          Der mutmaßliche Täter, ein 49 Jahre alter Tschetschene mit russischer Staatsbürgerschaft, sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

          Der Kreml hatte am Mittwoch jegliche Verwicklung in die Ermordung des Georgiers. „Diese Geschichte hat nichts mit der russischen Regierung oder ihren offiziellen Instanzen zu tun“, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. „Ich dementiere klar jedwede Verbindung zwischen diesem Mord und den russischen Behörden.“

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