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Staatsanwaltschaft prüft : Wer ist für die Flutopfer verantwortlich?

Verantwortung vor Ort zeigen: Verwüstungen in Ahrbrück Bild: AFP

An Notfallplänen dürfte es im Ahrtal nicht gefehlt haben. Aber Pläne und gute Strukturen allein können nicht handeln. Am Anfang und am Ende steht der Mensch.

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          Nach jedem Unglück stellt sich die Frage, ob es hätte vermieden werden können. Aus Katastrophen muss man lernen – schon um künftige zu vermeiden. Die Frage nach politischer Schuld und individueller Verantwortung kann erst in Kenntnis aller Umstände beantwortet werden, sine ira et studio.

          Aber auch sie muss gestellt werden. Nicht weil lautstark ein Sündenbock gesucht würde. Eine Staatsanwaltschaft ist schlicht dazu verpflichtet zu prüfen, ob es den Anfangsverdacht einer Straftat geben könnte.

          Eine Naturkatastrophe bleibt eine Naturkatastrophe, auch wenn sie eine menschliche Handschrift tragen sollte. Aber der Umgang mit ihr, etwa womöglich verspätete Warnungen und Fehler in der Meldekette, können tödliche Folgen haben.

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          Gerade das bewährte föderale System des Katastrophenschutzes funktioniert nicht ohne fähige Krisenmanager auf allen Ebenen. Nicht ganz unten, sondern eigentlich ganz oben, ganz vorn an der Front steht der Landrat – denn er ist bei den Menschen. So muss geklärt werden, was man in jener Nacht im Ahrtal hätte (anders) machen können, machen müssen – nicht aus besserwisserischer Retrospektive, sondern aus der damaligen Lage des Gefechts heraus.

          Konkrete Warnungen

          Auch das Zusammenspiel von europäischer Warnebene über Bund und Länder bis zu den Landkreisen ist noch einmal in den Blick zu nehmen. Die Warnung vor extremem Hochwasser war am Ende offenbar recht konkret. Reichten automatisierte Mails aus? Wurden sie ernst genommen? Warum wurde die Warnung zwischendurch abgeschwächt? Was hätte auf welche Weise angeordnet werden müssen, um (weitere) Opfer zu verhindern?

          Es ist ja auch nicht so, dass Hochwasserlagen an Flussläufen, aber auch in anderen Teilen Deutschlands völlig unbekannt wären. Auch die Fluten an Elbe und Oder sind zu Recht Jahrtausendhochwasser genannt worden. An Notfallplänen dürfte es nicht gefehlt haben. Aber Pläne und noch so gute Strukturen allein können nicht handeln. Am Anfang und am Ende steht der Mensch.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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