https://www.faz.net/aktuell/politik/staatliche-foerderbank-setzt-zahlung-fuer-ein-wwf-projekt-aus-16300531.html

​Nach schweren Vorwürfen : Staatliche Förderbank setzt Zahlung für ein WWF-Projekt aus

  • Aktualisiert am

Bild: Matthias Lüdecke

Bis auf Weiteres erhält die Umweltorganisation kein Geld mehr für ein Projekt in einem Nationalpark in Kongo. Die Förderbank KfW reagiert damit auf Berichte über Menschenrechtsverletzungen durch vom WWF mitfinanzierte Wildhüter.

          1 Min.

          Nach schweren Vorwürfen gegen die Umweltorganisation WWF wegen brutaler Wildhüter hat mindestens ein Geldgeber Konsequenzen gezogen. Die staatliche Förderbank KfW habe in Abstimmung mit dem Bundesentwicklungsministerium (BMZ) bis auf Weiteres Auszahlungen an den WWF für die Arbeit in dem kongolesischen Nationalpark Salonga ausgesetzt, teilte ein BMZ-Sprecher am Mittwoch in Berlin mit. Eine mögliche Wiederaufnahme der Zahlungen werde im Einzelfall geprüft. Anfang März hatte das Online-Magazin „Buzzfeed“ von Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Mord berichtet, die vom WWF mitfinanzierte Wildhüter begangen haben sollen.

          „Buzzfeed“ hatte nun berichtet, dass Auszahlung von Fördermitteln an den WWF gestoppt worden seien. Der WWF betonte dagegen, eine Aussetzung der Zahlungen beziehe sich ausschließlich auf das Projekt im Nationalpark Salonga im Kongo. Dort werde gerade eine neue Projektphase geplant. „Es gibt keinen generellen Zahlungsstopp bezüglich des WWF“, betonte auch die KfW.

          Nach WWF-Angaben arbeitet die Organisation derzeit an zehn Kooperationsprojekten mit der bundeseigenen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Mit der KfW gebe es aktuell 19 Projekte. Der WWF sucht nach eigenen Angaben derzeit eine Organisation, die die Aufklärung der bekannt gewordenen Vorwürfe mit weiterführt und künftig als unabhängiger Partner in Menschenrechtsfragen vor Ort hilft.

          Laut „Buzzfeed“ soll auch die GIZ ihre Zahlungen bis auf weiteres unter Vorbehalt gestellt haben. „Die Prüfung der bestehenden Kooperationen mit dem WWF dauert an, zu laufenden Prüfungen äußern wir uns nicht“, teilte hingegen eine GIZ-Sprecherin mit. Zu laufenden Zahlungsvorgängen könne man sich ebenfalls nicht äußern.

          Der WWF ist eine der größten Umweltschutzorganisationen der Welt. Er wurde 1961 in Zürich gegründet und hat seinen Sitz bis heute in Gland bei Genf. „Unsere Mission ist es, eine Welt zu schaffen, in der Menschen und Wildtiere zusammen gedeihen können“, heißt es auf der Website. Die Organisation ist in mehr als 100 Ländern aktiv.

          Weitere Themen

          USA kündigen weitere Waffenlieferungen an

          Ukraine-Liveblog : USA kündigen weitere Waffenlieferungen an

          Putin und Macron befürworten Inspektion des AKW Saporischschja +++ Russland will Schwarzmeerflotte nach Rückschlägen verstärken +++ London: Charkiw weiterhin schwer unter Beschuss +++ alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Bundeskanzler Olaf Scholz bei seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss in Hamburg.

          Cum-ex-Affäre : Die Glaubwürdigkeit des Kanzlers

          Am Ende wird Scholz die Affäre selbst wohl kaum gefährlich werden. Aber wem zu entscheidenden Vorgängen die Erinnerung fehlt, dessen Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.
          Rohre der Nord Stream 1 Gaspipeline in Lupmin

          Ab Ende August : Russland klemmt Nord Stream 1 für drei Tage ab

          Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt seit Wochen ein Fünftel so viel Gas wie eigentlich könnte. Nun soll sie für drei Tage stillstehen – der Konzern begründet dies mit Wartungsarbeiten an einer Turbine.
          Regisseur Oliver Stone (rechts) mit Russlands Präsident Wladimir Putin, Szene aus dem 2017 erschienenen Film „Die Putin-Interviews“

          Streit um Oliver Stone in Leipzig : Für den Kreml?

          In Leipzig löst die Aufführung von Oliver Stones Film „Ukraine on Fire“ Proteste aus. Die Veranstaltung wurde auch von der Stadt unterstützt. Warum gibt man Stones fragwürdiger Haltung zu Russland Raum?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.