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Krieg : Verhandeln – aber wie?

  • -Aktualisiert am

Ein Elefantenfuß tritt auf ein Insekt. Bild: Greser & Lenz

Drei Abkommen – was auf den russischen Überfall der Ukraine folgen könnte

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          Der Krieg, den Russland losgetreten hat, schockiert uns alle. Die nur schwer zu ertragenden Bilder lassen das unermessliche Elend, das Putin über die Ukraine gebracht hat, erahnen. Was kann die Ukraine tun, was können wir beitragen, um die Situation zu verbessern? Die Ukraine befindet sich zusammen mit Russland, spieltheoretisch gesehen, in einem sogenannten „Chicken Game“, oder „Feiglingsspiel“. Dabei rasen zwei Autos auf einer schmalen Straße aufeinander zu. Der Fahrer, der zuerst ausweicht, um den sicheren Tod zu vermeiden, wird als „Feigling“ oder „Verlierer“ bezeichnet. Es gibt zwei mögliche Ausgänge: der Tod von beiden, weil niemand nachgeben will, oder die Etikette Feigling oder Verlierer für einen der beiden.

          Wann ist der Konflikt reif?

          Ein Ausweichen in diesem Krieg wird erst dann erfolgen, wenn die Einsicht reift, dass die eigenen Ziele auf andere als kriegerische Weise besser verfolgt werden können. Dann ist der Konflikt reif. Die Reife ist so lange nicht gegeben, wie die Kontrahenten den Konflikt als noch gewinnbar oder die Situation als noch nicht genügend schmerzhaft wahrnehmen. Konkret wird eine Partei erst dann von der Verfolgung eines militärischen Krieges auf Verhandlungen umzuschwenken bereit sein, wenn der erwartete Ausgang des Krieges plus der Prestigewert für den Entscheidungsträger kleiner ist als im Verhandlungsfall.

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