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Bettina Limperg : Ein Bündel an Qualifikationen

Bettina Limperg
          1 Min.

          Der Machtwechsel von Schwarz-Gelb zu Grün-Rot in Baden-Württemberg bringt eine Reihe von historischen Veränderungen mit sich. 13 Jahre war der Bayer Michael Steindorfner als Amtschef des Justizministeriums die graue Eminenz. Als CDU-Mitglied war er in den Jahren, in denen an der Spitze des Ministeriums FDP-Politiker standen, auch ein verlässlicher Aufpasser für die größere Regierungspartei. Mit dem Regierungswechsel sind alle Ministerialdirektoren, die ja politische Beamte sind, in den Ruhestand geschickt worden. Der neue baden-württembergische Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hat nun die 51 Jahre alte Vizepräsidentin des Stuttgarter Landgerichts, Bettina Limperg, zur neuen Ministerialdirektorin berufen.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Frau Limperg genießt in der Justiz einen guten Ruf, hervorgehoben werden ihre menschlichen und fachlichen Qualitäten. Sie wurde 1960 in Wuppertal-Elberfeld geboren, ihr Vater war Gymnasiallehrer. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und Tübingen arbeitete sie zunächst bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, seit 1992 war die parteilose Juristin Richterin am Landgericht. Von 1994 bis 1996 war die Mutter von zwei Kindern wissenschaftliche Mitarbeiterin von Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde. Danach war sie als Richterin am Land- sowie am Oberlandesgericht tätig. Nach einem Intermezzo als Direktorin am Amtsgericht Waiblingen kehrte sie 2009 als Vizepräsidentin an das Landgericht zurück. „Sie ist nicht nur hochkompetent, sie hat auch die notwendige soziale Kompetenz für diese Position. So setzt sie sich im Vorstand des Deutschen Richterbundes in besonderem Maße für die Belange der Mitarbeiter in der Justiz ein. Dieses Bündel an Qualifikationen gab den Ausschlag“, sagte Stickelberger zur Begründung seiner Entscheidung dieser Zeitung. Die offenbar parteilose Juristin ist die erste weibliche Amtschefin des Justizministeriums, die Frauenquote habe keine ausschlaggebende Rolle gespielt.

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