Polen und Reparationen : Noch ist Europa nicht verloren
In Abwandlung der Anfangszeile der polnischen Nationalhymne danke ich meinem Weggefährten und heutigen Ministerpräsidenten Polens, Mateusz Morawiecki, für seine Ehrlichkeit. Eine Ehrlichkeit, die ich an den polnischen Freunden und Nachbarn stets bewunderte. Eine Ehrlichkeit auch, die von dem Mut zeugt, der der polnischen Nation über schicksalhafte Jahrhunderte verhalf, zu überleben und wieder zu Größe zu erblühen. Es war dieser Mut, der Lech Walesa und Solidarnosc aufstehen ließ und der sowjetischen Gewaltherrschaft über Osteuropa den Garaus zu bereiten. Es war dieser Mut, der zum Aufstand der polnischen Heimatarmee gegen die Gewaltherrschaft der Wehrmacht im Sommer 1944 führte. Und es war dieser Mut, der Johannes Paul II in der Enzyklika Centesimus Annus bereits 1991 vor den Gefährdungen der freiheitlichen Ordnung durch Vergötzung nicht nachhaltigen Konsumismus warnen ließ. Deshalb hatte Polen auch eine besondere Erwartung an die europäische Einigung. Polen erwartete neben wirtschaftlichen Vorteilen seiner Mitgliedschaft in der EU auch eine Politik der wehrhaften Freiheitsbewahrung.
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