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Bürgerliche Moderne : Warum der Mainstream Konservative schreckt

  • -Aktualisiert am

Deutschland auf die leichte Schulter genommen: Berliner Fußballfans im Juni 2014 Bild: dpa

Der Mainstream ist ausgewogener und umfassender als je zuvor. Er nimmt den Einzelnen ernst. Gerade diese Freiheit ist es allerdings, die viele Konservative schreckt. Ein Gastbeitrag als Antwort auf Bernhard Schlink.

          13 Min.

          Es scheint, als hinge der Segen schief im Lande. So das Empfinden vieler Bürger, so eine Befindlichkeit in der politisch-gesellschaftlichen Debatte. Wenn ein anerkannter Jurist, Intellektueller und Schriftsteller wie Bernhard Schlink öffentlich Klage führt, weil er um Zusammenhalt fürchtet, sich um die Ausgrenzung des nationalkonservativen Teils der Bevölkerung sorgt, darf die Politik dies nicht einfach ad acta legen. Ende 2015 hatte sich bereits Botho Strauß zu Wort gemeldet, aus Sorge um dauerhaften Verlust von Kultur und Überlieferung. Als Politiker möchte ich eine Antwort versuchen, streitbar an der Sache orientiert, und ich plädiere für die Vision einer bürgerlichen Moderne als konstitutives Element der gesellschaftlichen Entwicklung. Es ist an der Zeit, darüber zu reden, was Bürgertum heute bedeuten kann und muss und welchen Beitrag es zum Gelingen des Ganzen zu leisten vermag.

          Bernhard Schlink ist vornehm und klug genug, nicht alle Schuld der Politik anzulasten: Er hat sich den „Mainstream“ vorgeknöpft und als Hauptverantwortlichen identifiziert. Da dieser in erster Linie gesellschaftlich, aber doch auch politisch induziert ist, nimmt er uns mit der These in Haftung, dass die Politik durch Behauptung der Alternativlosigkeit eine „Engführung“ des Mainstreams mitbewirkt habe.

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