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Gastbeitrag : Prüfe, wer sich ewig bindet

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Greser&Lenz

Das neue Unterhaltsrecht fordert von Frauen mehr Eigenständigkeit. Emanzipation hat Konsequenzen. Für die Ehe selbst könnten sie durchaus positiv sein, wenn Gleichberechtigung zu mehr Ehen führt, die nicht der Geldbeutel zusammenschweißt, sondern die von Liebe und der Bereitschaft getragen werden., einander beizustehen. Die Ehe wird dadurch in ihrem Kern eher gestärkt.

          Das neue Unterhaltsrecht fordert von Frauen mehr Eigenständigkeit. Emanzipation hat Konsequenzen. Für die Ehe selbst könnten sie durchaus positiv sein, wenn Gleichberechtigung zu mehr Ehen führt, die nicht der Geldbeutel zusammenschweißt, sondern die von Liebe und der Bereitschaft getragen werden., einander beizustehen. Die Ehe wird dadurch in ihrem Kern eher gestärkt.

          Den Bund der Ehe gibt es seit alters. Doch was eine Ehe ist, was sie kennzeichnet und ausmacht, darüber wechselten im Laufe der Zeiten die Ansichten und damit auch die rechtlichen Regeln, die der Ehe jeweils Form und Ausrichtung gaben. Zugleich wurde das Ehebild stets auch von der Erwartung geprägt, die man mit dem Eheschluss verband, und von der Art und Weise, wie Ehe gelebt wurde. Es ist deshalb müßig, vergangenen Vorstellungen von der Ehe nachzutrauern. Wo sie das eheliche Leben nicht mehr prägen, haben sie ausgedient und helfen der Ehe nicht, als Institution zukunftsfähig zu bleiben.

          Auch unsere Verfassung hat deshalb wohlweislich in Artikel 6 kein bestimmtes Ehebild vorgegeben und damit zementiert. Sie verpflichtet vielmehr den Staat, die Ehe in ihrer, den jeweils herrschenden Anschauungen entsprechenden Ausgestaltung durch den Gesetzgeber zu schützen, der dabei allerdings ihren Kerngehalt erhalten muss. Hierzu gehört nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Ehe eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft eines Mannes mit einer Frau ist, begründet auf deren freiem Entschluss unter Mitwirkung des Staates, in der beide Ehegatten in gleichberechtigter Partnerschaft über die Art und Weise ihres Zusammenlebens frei entscheiden können.

          Verantwortung kann nicht abgestreift werden

          Die Eherechtsreformen sind insofern allesamt Belege für das Bemühen des Gesetzgebers, das eheliche Recht dem gesellschaftlichen Wandel anzupassen, wobei das neue Recht wiederum Einfluss auf das eheliche Leben genommen hat. So vollzog die 1957 beschlossene Reform des Eherechts in ersten Schritten nach, was zu Beginn unserer Republik von Frauen erkämpft worden war und Eingang ins Grundgesetz, aber noch nicht ins Familienrecht gefunden hatte: die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Einkassiert wurde das bis dahin bestehende Recht des Ehemanns auf Bevormundung seiner Ehefrau. Eine bedeutsame Änderung, die Ehefrauen den Rücken stärkte. Doch da diese in der Nachkriegszeit wieder weitgehend die Rolle der Hausfrau und Mutter eingenommen hatten, vermochte ein solcher Rechtszuwachs an ihrer finanziellen Abhängigkeit vom Ehemann nicht viel zu ändern. Zudem blieb die Ehe in ihrer Rechtskonstruktion ein Treueverhältnis, in dem Wohlverhalten honoriert und schuldhafter Bruch im Falle der Scheidung mit dem Verlust von Unterhaltsansprüchen und der Auferlegung von Unterhaltspflichten sanktioniert wurde. Das Risiko aber, bei Scheidung eventuell ohne finanzielle Absicherung dazustehen, war ein Drohpotential des erwerbstätigen Ehemannes und ließ Hausfrauen, weil sie oftmals über keine berufliche Perspektive verfügten, in der Ehe ausharren, auch wenn diese längst zerbrochen war.

          Dieser Art von Abhängigkeit wollte der Gesetzgeber mit seiner Ehescheidungsreform 1977 ein Ende bereiten. Um der in der Ehe geleisteten Familienarbeit von Frauen mehr Anerkennung zu zollen, rückte er vom Verschulden als Dreh- und Angelpunkt nachehelicher Unterhaltspflichten ab und erkannte nun demjenigen Ehegatten einen nachehelichen Unterhaltsanspruch zu, der wegen der Betreuung gemeinsamer Kinder, wegen Alter, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder unzureichenden Einkommens seinen Lebensunterhalt nicht selbst in dem während der Ehe gewohnten Maße bestreiten konnte, also in der Regel der geschiedenen haushaltführenden Ehefrau. Ehe wurde damit nun als Verantwortungsgemeinschaft angesehen und in Recht gefasst, bei der die einmal übernommene Verantwortung nach der Scheidung nicht einfach abgestreift werden kann.

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