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EU-Plan zu Corona-Wiederaufbau : Eine Transferunion würde Europas Kreativität ersticken

  • -Aktualisiert am

Die Flaggen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland wehen vor dem Reichstag im Wind. Bild: dpa

Der 750-Milliarden-Vorschlag der EU-Kommission birgt eine Gefahr: Dass mit gigantischen Summen Strukturen begünstigt werden, die Europa geschadet haben. Dazu darf es nicht kommen. Ein Gastbeitrag.

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          Eines der Projekte, die viele Menschen im Europawahlkampf 2019 begeistert haben, war Manfred Webers konkrete Strategie zur Bekämpfung von Krebs. Mit der Bündelung allen Fachwissens in Europa sollte es gelingen, die Überlebensrate von Patienten mit schlechter Prognose zu verdoppeln. Hier wurde der Sinn von Europa deutlich: gemeinsam handeln, weil es jeder allein nicht schafft. Dies geschieht zum Nutzen der Gemeinschaft und jedes Einzelnen. Die Idee fand Zustimmung von Finnland bis Portugal, von den Niederlanden bis Bulgarien. Gleiches gilt beim Thema Supercomputing. Auch hier sind sich alle einig, dass es nur zusammen funktioniert.

          Wieso erleben wir diese Begeisterung nicht in anderen europäischen Themen? Oft ist Europa zu abstrakt und erschöpft sich in der Debatte um Geldströme. Dann geht es um Gewinner und Verlierer. Das darf nicht unser Anspruch sein. Ist Europa erst einmal zu einer Transferunion mutiert, wird der Funken, der gemeinsame, konkrete Projekte wie Krebsbekämpfung oder Supercomputing anfacht, verglimmen.

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