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Das Reich des Attila Hildmann : Staatsdiener gegen den Staat

Attila Hildmann im Sommer 2020 auf einer Demo in Berlin. Bild: dpa

Der Verschwörungstheoretiker Hildmann erhielt Informationen aus der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Wie viele Staatsdiener wollen diesen Staat abschaffen?

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          Es kommt vor, dass die Presse vor der Polizei am Ort des Geschehens ist, wenn eine Wohnung durchsucht oder ein Haftbefehl vollstreckt werden soll. Nicht nur Politiker stechen eben Informationen durch – bei denen gehört es im Grunde zum Anforderungsprofil und betrifft meist parteiliche denn staatliche Interna. Aber auch Finanzämter, Sicherheitsbehörden und sogar die Justiz sind keine hermetisch abgeschotteten Räume mit treuen und unbestechlichen Mitarbeitern. Das sind allerdings Ausnahmen, meist beschränkt immerhin auf Fälle, auf die ein großes öffentliches Interesse gerichtet ist.

          Dass der einstige vegane Starkoch Hildmann, der sich selbst als ultrarechten Verschwörungstheoretiker bezeichnet, offenbar von einer (mittlerweile entlassenen) Mitarbeiterin der Berliner Generalstaatsanwaltschaft über einen Haftbefehl informiert wurde, wirft eine ganz andere Frage auf: Gibt es Diener dieses Staates, die ihn eigentlich abschaffen wollen?

          Denn mit Kritik an den Corona-Maßnahmen, die jeder äußern kann und die Gegenstand der politischen Debatte sind, haben die Drohungen und Wahnvorstellungen eines Hildmann längst nichts mehr zu tun. Er lebt in seinem eigenen Reich. Bleibt zu hoffen, dass deutsche Staatsdiener, die einem wie ihm huldigen oder helfen wollen, die absolute Ausnahme bilden.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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