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Rechtspolitik : Die Anwälte fühlen sich alleingelassen

Die ehemalige Bundesjustizministerin Katharina Barley (l) sitzt neben ihrer Nachfolgerin Christine Lambrecht. (Archiv). Beide werden von Anwälten kritisiert. Bild: EPA

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist ein Pakt für den Rechtsstaat geplant. Doch er ist justizlastig, die Anwälte befürchten, zu kurz zu kommen. Dabei müssten sie gerade in der Politik eigentlich viele Fürsprecher haben.

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          Anwälte und Ärzte haben viel gemeinsam. Ein langes und anspruchsvolles Studium liegt hinter ihnen, Kammern wachen über die Ausübung dieser freien Berufe. Und wenn es ein Problem gibt, braucht man sie. Eine Blinddarmentzündung lässt sich zwar nicht mit einer Scheidung vergleichen. Aber wenn der ehemalige Vermieter die Kaution zurückbehält oder die Staatsanwaltschaft wegen Fahrerflucht ermittelt, ist ein Laie schnell verunsichert und sucht den Rat vom Fachmann. Anwälte, so sagte die Grünen-Abgeordnete Katja Keul kürzlich in einer Plenardebatte, seien „die Hausärzte des Rechtsstaats“. Haben sie auch denselben Stellenwert?

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Für Landärzte gibt es mittlerweile Förderprogramme. Wenn von abgehängten Regionen die Rede ist, wird häufig der Arzt genannt, der keinen Nachfolger findet. Der Rechtsanwalt, der seine Kanzlei auf dem Land dicht macht, weil die Streitigkeiten, die auf seinen Tisch kommen, zu wenig Geld einbringen, ist bei diesen Beispielen nie dabei.

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