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Kristina Timanowskaja : Ist die Belarussin jetzt in Sicherheit?

  • -Aktualisiert am

Kristina Timanowskaja bei ihrer Ankunft in der Botschaft Polens in Tokio Bild: AFP

Die belarussische Sprinterin Timanowskaja hat Aufnahme in der polnischen Botschaft in Tokio gefunden. Hoffentlich sind sie und ihr Mann wirklich in Sicherheit. Wozu Lukaschenko fähig ist, hat die Flugzeugentführung nach Minsk gezeigt.

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          Zu den ersten, die nach der angeblichen Wiederwahl Aleksandar Lukaschenkos zum Präsidenten von Belarus vor ziemlich genau einem Jahr protestierten, gehörten Leistungssportler. Für den Machthaber war das peinlich, weil gerade diese immer als Aushängeschilder seines Regimes hatten herhalten müssen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio ist es jetzt zu einer Eskalation gekommen. Die Sprinterin Kristina Timanowskaja sollte gegen ihren Willen von den Spielen nach Hause reisen.

          Ihr „Verbrechen“ war, soweit bekannt, dass sie belarussische Sportfunktionäre kritisiert hatte. Der Ausreise hat sie sich widersetzt und dabei glücklicherweise Unterstützung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) erfahren. Das ist dem IOC vermutlich nicht zuletzt deshalb relativ leicht gefallen, weil das Gremium ohnehin mit Belarus im Streit über die Besetzung der Spitze des nationalen Olympischen Komitees liegt.

          Für die Sportlerin wird sich in der EU ein Land – vermutlich Polen – finden, das ihr Asyl gewährt. Ihr Mann soll in der Ukraine sein. Ob beide damit wirklich in Sicherheit sind, ist zu hoffen, aber nach den Erfahrungen der vergangenen Monate leider keineswegs sicher. Immerhin wurde Lukaschenko auf großer internationaler Bühne wieder einmal bloßgestellt. Wie so etwas enden kann, weiß man spätestens seit der Entführung eines Ryanair-Flugzeugs nach Minsk, zu dessen Passagieren ein oppositioneller Blogger gehörte.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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