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Potsdamer Weihnachtsmarkt : Hunderte kleine Nägel und ein Böller

  • Aktualisiert am

Auch am Abend sicherten zahlreiche Polizeikräfte den Potsdamer Weihnachtsmarkt ab. Bild: TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

In der Potsdamer Innenstadt ist am Nachmittag ein verdächtiges Paket gefunden und entschärft worden. Darin sollen sich ein Polenböller, Kabel, Batterien und Nägel befunden haben. Allerdings gibt es Zweifel, ob es auch hätte gezündet werden können.

          Nach dem Fund eines gefährlichen Pakets am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts suchen Polizisten nach weiteren verdächtigen Paketen. Das sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend. Es bestehe aber keine Gefahrenlage mehr. Die Apotheke, in der das Paket am Nachmittag entdeckt worden war, und Teile des Weihnachtsmarkts bleiben weiter abgesperrt. Die Polizei geht davon aus, dass der Markt am Samstag wieder geöffnet hat. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte gesagt, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Pakete in der Umgebung der Apotheke ausgeliefert wurden.

          In dem gefährlichen Paket nach Angaben von Schröter hunderte kleine Nägel und ein sogenannter „Polenböller“. Es deute einiges darauf hin, dass das Paket aber nicht explosionsfähig war, weil kein Zünder gefunden worden sei, sagte er am Freitagabend. Die Nägel und der Böller seien in einem Metallgefäß wie einer Konservendose gewesen. Der sogenannte Polenböller sei größer als ein normaler Silvesterböller.

          Mit Wasserstrahl geöffnet und entschärft

          Wenige Stunden zuvor war das Paket nahe einem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Potsdam gefunden worden, Der betroffene Bereich – darunter der Weihnachtsmarkt und zahlreiche Geschäfte – wurde geräumt. Das Paket wurde mit einem Wasserstrahl geöffnet und entschärft. Medien berichteten von einem Knall. In dem Paket war zuvor durch Spezialkräfte der Bundespolizei ein „Gefahrenstoff“ festgestellt worden. Wie die Polizei am Freitagabend auf Twitter weiter mitteilte, sei in dem Paket ein zylindrischer Gegenstand mit Kabeln, Batterien und Nägeln gefunden worden.

          Schröter sagte, es sei zu früh, davon zu sprechen, dass es sich um einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt gehandelt habe. Es könnte auch dem Apotheker gegolten haben. Rund um die Apotheke wurde ein Sperrbezirk von etwa 100 Metern eingerichtet.

          Das Paket war am Nachmittag laut einem Bericht der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (PNN) von einem Boten bei einer Apotheke abgegeben worden. Der Apothekeninhaber sagte den PNN, beim Auspacken habe man gemerkt, „dass da so komische Drähte herausguckten“. Daraufhin sei das Paket sofort aus der Apotheke getragen worden und man habe die Polizei informiert. Die Polizei sperrte vorsorglich einen Bereich um den Fundort ab. Sie informierte auf Twitter über das Geschehen.

          Anfang der Woche waren in Deutschland zahlreiche Weihnachtsmärkte eröffnet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vor fast einem Jahr bundesweit verschärft worden. In vielen Städten wurden Betonbarrieren aufgestellt. Gleichzeitig appellierten Politiker an die Menschen, sich durch die Terrorbedrohung nicht einschüchtern zu lassen. Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Markt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70.

          Der traditionelle Weihnachtsmarkt „Blauer Lichterglanz“ findet alljährlich in der Potsdamer Innenstadt statt. Er erstreckt sich entlang der Brandenburger Straße bis zum Luisenplatz, nahe des Schlossparks Sanssouci.

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