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Zustand der SPD : Ein einziges Drama

Besuche einer Wahlkampfveranstaltung des Spitzenkandidaten der SPD Brandenburgs, Dietmar Woidke, im Museumspark Rüdersdorf (Brandenburg) teil. Bild: ZB

Die Umfragewerte der SPD spiegeln die Stimmung in einer Partei, die habituell, programmatisch und auch personell am Ende ist. Die klassische Sozialdemokratie hat sich selbst aufgegeben.

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          Kaum zu glauben, aber wahr: Nicht einmal zweieinhalb Jahre ist es her, dass der SPD in einigen Kreisverbänden die roten Mitgliedsbücher ausgingen – so groß war das Interesse, auf den „Schulz-Zug“ aufzuspringen und die älteste noch bestehende Partei des deutschen Parlamentarismus neue Kraft spüren zu lassen. Und wie! Im Februar 2017 lagen Sozialdemokraten in der Sonntagsfrage auf einmal vor der Union.

          Rückblickend nehmen sich diese Monate aus wie der vierte Akt eines klassischen Dramas: Die Handlungsdynamik verzögert sich, eine gutes Ende scheint doch noch möglich. Doch das Elend der deutschen Sozialdemokratie nahm schon bald seinen Lauf, nicht anders als das vieler sozialdemokratischer oder sozialistischer Parteien in Westeuropa: Programmatisch der industriekapitalistischen Welt des 20. Jahrhunderts verhaftet, personell durch das Erstarken der Grünen und der Linken ausgezehrt, habituell gefangen in der Mentalität eines zu Wohlstand gekommenen Aufsteigermilieus, dem die Lebenswelt der kleinen Leute immer fremder wurde.

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