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SPD und Sarrazin : Blind und taub

Die SPD will nicht mit ihm streiten, sondern ihn loswerden: Thilo Sarrazin Bild: dpa

Thilo Sarrazin hätte für sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ auch einen anderen Titel wählen können: Die Volksparteien schaffen sich ab.

          Die Freiheit der Andersdenkenden wird derzeit in der SPD nicht mehr ganz so häufig zitiert wie früher, da ähnelt sie Literaturkreisen. Dennoch dürfe auch der Genosse Sarrazin denken und sagen, was er wolle, sagt der SPD-Vorsitzende und Brandt-Enkel Gabriel – nur eben nicht als SPD-Mitglied.

          Die Partei will nicht mit ihm streiten, sondern ihn im zweiten Anlauf endlich loswerden. Die Neigung der SPD, unbequeme Mitglieder auszuschließen oder zum Austritt zu drängen, droht sich zu verfestigen.

          In tiefer Sorge um das Wählerpotential im Einwanderermilieu, mit dem die SPD schon lange liebäugelt, scheint Gabriel aber den großen Teil des (Wahl-)Volkes vergessen zu haben, der in Sarrazin einen mutigen Kritiker real existierender Missstände und längst auch schon einen Märtyrer der Meinungsfreiheit sieht.

          Nicht nur die SPD verteidigt dagegen mit ihrem Vorgehen gegen Sarrazin ihren Ruf, schon immer blind und taub für die Probleme der ungesteuerten Einwanderung gewesen zu sein. Sarrazins Buch hätte auch einen anderen Titel tragen können: Die Volksparteien schaffen sich ab.

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