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Soziale Bewegung : Grüne und Jungsozialisten für Einbindung der Globalisierungsgegner

  • Aktualisiert am

Reden statt ausgrenzen, fordern Politiker von SPD und Grünen Bild: dpa

Unter Koalitionspolitikern mehren sich die Stimmen derer, die einen Dialog mit den Globalisierungsgegnern fordern.

          Die Globalisierungskritiker müssen nach Ansicht von Politikern von Bündnis90/Die Grünen und der Jungsozialisten als soziale Bewegung politisch eingebunden werden.

          Der Innenexperte der Grünen, Cem Özdemir, warnte am Dienstag davor, alle Gegner des Globalisierungsprozesses als gewaltbereite Radikale abzustempeln. Der stellvertretende Juso-Vorsitzende Björn Böhning sagte mit Blick auf die Friedens- und Umweltschutzaktivisten, die SPD habe es „in den 80er Jahren schon einmal versäumt, eine soziale Bewegung einzubinden“. Dies dürfe sich mit den Globalisierungsgegnern nicht wiederholen.

          Cohn-Bendits Kritik hilfreich“

          Özdemir wies darauf hin, dass die Bewegung viele intelligente und qualifizierte Anhänger habe, die ähnliche Positionen wie die Grünen verträten. Als Beispiele nannte er die Entschuldung der ärmsten Länder, die Forderung nach weniger Rüstungsexporten und die Schließung von Steuerparadiesen. Die Grünen sollten daher verstärkt das Gespräch mit der Bewegung suchen, forderte der innenpolitische Sprecher der Fraktion.

          Der Grünen-Politiker sagte, die Kritik des Partei-Mitbegründers Daniel Cohn-Bendit sei „hilfreich“ gewesen, weil sie gezeigt habe, dass die Grünen noch mehr auf die Bewegung zugehen müssten. Cohn-Bendit hatte der Partei vorgeworfen, Globalisierungsgegner zu ignorieren. Vor der „Gewaltfalle“ müsse die Bewegung allerdings gewarnt werden, sagte Özdemir. Der stellvertretende Juso-Vorsitzende Böhning sagte, er vermisse den „linken Kern“ in der SPD. Den Sozialdemokraten fehle „ein bisschen die linke Reformperspektive“.

          Wieder Demonstrationen

          Globalisierungsgegner hatten in den vergangenen Tagen in mehreren deutschen Städten mit Demonstrationen und Bürobesetzungen die Freilassung aller noch inhaftierter Demonstranten des G8-Gipfels von Genua gefordert. In Bremen protestierten am Montagabend rund 550 Menschen. Zwei Passanten wurden dabei leicht verletzt. Zudem habe es geringfügigen Sachschaden gegeben, teilte die Polizei am Dienstag mit.

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