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Somalia : Farmajo gewinnt Präsidentenwahl

  • Aktualisiert am

Somalias früherer Regierungschef Mohamed Abdullahi Farmajo wird Präsident. Bild: EPA

Somalias Parlament hat gewählt. Die Abstimmung hätte in eine dritte Runde gehen sollen, doch der bisherige Amtsinhaber machte den Weg frei. In Mogadischu wird gefeiert.

          Der frühere Regierungschef Mohamed Abdullahi Farmajo hat die Präsidentenwahl in Somalia gewonnen. Im zweiten Durchgang der Wahl am Mittwoch ließ Farmajo den bisherigen Amtsinhaber Hassan Sheikh Mohamud hinter sich. Farmajo erzielte zwar nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit, doch seine Gegner gaben auf. Mohamud gratulierte Farmajo zum Sieg. Tausende Menschen zogen am Abend jubelnd durch die Straßen der Hauptstadt Mogadischu, um Farmajos Sieg zu feiern.

          Zahlreiche Somalier schreiben der Wahl einen großen symbolischen Wert zu. Mehr als zwei Jahrzehnte gab es in dem Land am Horn von Afrika keine funktionierende Zentralregierung. Mohamud wurde 2012 erstmals vom Parlament zum Präsidenten gewählt.

          Die Herausforderungen für Farmajo werden der Wiederaufbau des wirtschaftlich ruinierten Landes und eine Stärkung der Demokratie sein. Der Kampf gegen die Islamistenmiliz Al Shabaab bleibt Kernthema. Die sunnitischen Extremisten, die seit Jahren einen sogenannten Gottesstaat errichten wollen, beherrschen noch immer weite Teile des Landes.

          „Es ist ein großer Tag für das somalische Volk, das ihren Präsidenten gewählt hat“, sagte Mohamud. „Ich verkünde offiziell, dass ich die Macht an den neuen Präsidenten Mohamed Abdullahi Mohamed Farmajo abgegeben habe.“ Somalia sei nun auf dem Weg zu einer Demokratie. Farmajo dankte seinem Vorgänger und sprach von einem „neuen Kapitel für Somalia“.

          Die Wahl fand aus Sicherheitsgründen im Flughafen der Hauptstadt Mogadischu statt. Der Flugverkehr war vorläufig eingestellt, die Sicherheitsvorkehrungen aus Angst vor Terrorangriffen stark verschäft.

          Gewählt wird der Präsident vom Parlament. 328 der 329 Abgeordneten waren zur Stimmabgabe erschienen. Insgesamt hatten sich 21 Kandidaten beworben. Weil keiner von ihnen in der ersten Runde zwei Drittel der Stimmen erzielen konnte, wurde eine Stichwahl unter den vier erfolgreichsten Kandidaten ausgetragen. Der Viertplatzierte, Ministerpräsident Omar Abdirashid Ali Sharmarke, trat nicht zur zweiten Runde an.

          Farmajo erhielt im zweiten Durchgang 184 Stimmen, Mohamud 97 und der einstige Präsident einer Übergangsregierung, Sharif Sheikh Ahmed 47.

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