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Somalia : Angeblicher Geheimdienstchef von Islamisten-Miliz stellt sich

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Gerade am Donnerstag überfielen Mitglieder der Islamisten-Miliz al Shabaab, hier Kämpfer nach dem Angriff, noch einen Stützpunkt der Afrikanischen Union in Mogadischu. Bild: AP

Auf Sakarija Ismail Ahmed Hersi, den angeblichen Geheimdienstchef der somalischen Islamisten-Miliz al Shabaab, war ein Kopfgeld von drei Millionen Dollar ausgesetzt. Nun hat er sich gestellt.

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          Im Kampf gegen die islamistische Shabaab-Miliz hat die Regierung in Somalia einen Erfolg verkündet. Mit Sakarija Ismail Ahmed Hersi habe sich einer der wichtigsten Anführer der mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbündeten Gruppierung gestellt, teilte ein Militärsprecher am Samstag in Mogadischu mit. Sakarija Ismail Ahmed Hersi galt als der „Geheimdienstchef“ der al Shabaab, die für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates kämpft. Die Vereinigten Staaten hatten für Hinweise auf ihn eine Belohnung von drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) ausgesetzt.

          Angaben eines somalischen Geheimdienstmitarbeiters zufolge, hat Hersi sich gestellt, weil er sich mit der Führung der Miliz zerstritten hatte, die immer noch treu zu zum ehemaligen Anführer Ahmed Abdi Godane steht. Godane war in diesem Jahr bei einem amerikanischen Luftangriff getötet worden.

          Karte von Somalia
          Karte von Somalia : Bild: F.A.Z.

          Der amerikanische Auslandssender „Voice of America“ berichtete, Hersi habe sich in der Haft selbst als Mitglied von der Shabaab-Miliz bezeichnet. Er sei jedoch nie der Geheimdienstchef, sondern nur Chef einer Regionaladministration und einer der Kommandeure von Kampftruppen der Miliz gewesen .

          Wie weiter berichtet wurde, wurde Hersi mit seinem Sekretär festgenommen und hat der Verhaftung keinen Widerstand entgegengesetzt. Bei dem Zugriff sei Hersi mit einer Pistole bewaffnet gewesen.

          Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die Shabaab-Miliz kontrolliert nach ihrer Vertreibung aus Mogadischu im Jahr 2011 noch immer Gebiete im Zentrum und Süden des ostafrikanischen Landes und verübt immer wieder Anschläge im ganzen Land.

          Erst am Donnerstag hatte die Miliz einen Stützpunkt der Afrikanischen Union (AU) in Mogadischu überfallen. Neun Menschen, darunter drei Soldaten der AU kamen dabei ums Leben. Die Miliz sagte später, sie habe es auf eine Weihnachtsfeier abgesehen gehabt und der Angriff seine eine Vergeltung für die Tötung Godanes gewesen.

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