https://www.faz.net/-gpf-7ifn3

Snowden-Dokumente : Britische Botschaft bedrängte die „New York Times“

  • Aktualisiert am

Redaktion der „New York Times“ Bild: AFP

Nicht nur der „Guardian“, auch die „New York Times“ wurde von der britischen Regierung aufgefordert, Material von Edward Snowden herauszurücken. Aber die Chefredakteurin Jill Abramson widersetzte sich.

          1 Min.

          Auch die „New York Times“ wurde von Großbritannien aufgefordert, Material des ehemaligen Geheimdienstlers Edward Snowden herauszugeben. Mitarbeiter der britischen Botschaft in Washington hätten sie dazu aufgefordert, sagte die Chefredakteurin der amerikanischen Zeitung, Jill Abramson, dem britischen „Guardian“. „Selbstverständlich habe ich in Betracht gezogen, was sie mir sagten, und Nein gesagt“, sagte Abramson.

          „New York Times“ und „Guardian“ arbeiten bei der Berichterstattung über die Spionageprogramme der amerikanischen und britischen Geheimdienste zusammen, seit der „Guardian“ unter massivem Druck der britischen Regierung mehrere Computer mit Dokumenten von Snowden zerstörte.

          Chefredakteurin Jill Abramson
          Chefredakteurin Jill Abramson : Bild: James Estrin/The New York Times/

          Abramson sagte, so etwas sei in Amerika schwer vorstellbar, weil die Verfassung die freie Rede garantiere. „Die einzige Parallele, die ich sehe, liegt Jahre zurück, als ein Gericht die New York Times von der Veröffentlichung der Pentagon Papers abhalten wollte. Aber der Oberste Gerichtshof hat diese Entscheidung außer Kraft gesetzt. Eine Vorzensur ist für mich in diesem Land unvorstellbar.“

          Vor Kurzem hatte der Informant Edward Snowden in einem ersten Video seit seinem Untertauchen in Russland die Überwachungsprogramme des Geheimdienstes NSA angeprangert. Diese seien wie ein „riesiges Schleppnetz, das ganze Bevölkerungen unter eine Art Auge stellt, das alles sieht, selbst wenn es nicht notwendig ist“, sagte der 30 Jahre alte Snowden in dem von der Enthüllungsplattform Wikileaks am späten Freitagabend veröffentlichten Mitschnitt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Am Ende der Welt: der Checkpoint Kalanchak zur Krim

          Russlands Okkupation : Kein Wasser für die Krim

          Im Donbass wird fast täglich geschossen, um die Krim aber ist es ruhig. Welche Ziele Russland hier verfolgt, verrät ein Blick auf das Asowsche Meer. Eine Reise im Süden der Ukraine.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.