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Neue Identitäten : Skripals sollen in Amerika untertauchen können

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Untertauchen in Amerika? Ein Hubschrauber umrundet am 21. Januar die Freiheitsstatue in New York. Bild: dpa

Den Giftanschlag von Salisbury haben Sergej und Julia Skripal überlebt. Nun will Großbritannien offenbar den ehemaligen russischen Doppelagenten und seine Tochter dauerhaft vor neuen Mordversuchen schützen.

          Nach ihrer Genesung könnten der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia angeblich mit neuer Identität in den Vereinigten Staaten leben. Das berichtete die britische Zeitung „Sunday Times“ unter Berufung auf eine Quelle aus dem Regierungsviertel in London. Auf diese Weise sollten sie vor weiteren Mordversuchen geschützt werden. Über die Zukunft der beiden Anschlagsopfer hätten bereits Vertreter des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 mit amerikanischen Kollegen der CIA diskutiert.

          Die 33 Jahre alte Julia Skripal, die eigentlich in Russland lebt, soll Hilfe der russischen Botschaft abgelehnt haben. Ein offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Vater und Tochter waren vor fünf Wochen bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Stadt Salisbury aufgefunden worden. London beschuldigt Moskau, Drahtzieher des Attentats zu sein. Britische Forscher wiesen bei den Opfern das Nervengift Nowitschok nach.

          Großbritanniens Außenminister Boris Johnson warf in der „Sunday Times“ Moskau eine „Flut von Absurditäten“ und eine „Lawine von Lügen und Desinformation“ vor. Zugleich beschimpfte er den Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, als „nützlichen Idioten“ für den Kreml. Der Labour-Vorsitzende hatte wiederholt vor zu frühen Anschuldigungen gewarnt, da es noch keine Beweise gebe.

          Die russische Cousine von Julia Skripal bat unterdessen Premierministerin Theresa May um Hilfe bei der Einreise nach Großbritannien. London hatte ihren Antrag auf ein Besuchervisum abgelehnt. „Ich habe einen Brief geschrieben“, sagte Viktoria Skripal der Agentur Interfax zufolge. Nach einem BBC-Bericht befürchtet die britische Regierung, dass sie vom Kreml instrumentalisiert wird.

          May wird den Fall Skripal am Montag auch auf einer Skandinavien-Reise besprechen. Sie trifft den dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen und Schwedens Regierungschef Stefan Löfven.

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