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Schweigegeld-Affäre : Skandalblatt-Verleger Pecker rückt von Trump ab

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Verleger David Pecker (Mitte) bei der Super-Bowl-Party 2014 in New York, gemeinsam mit dem Unternehmer Philippe Kjellgren und dem Fotomodell Petra Nemcova Bild: AFP

Der „National Enquirer“ spielt eine Schlüsselrolle bei den Schweigegeldzahlungen an mutmaßliche ehemalige Geliebte des amerikanischen Präsidenten. Sein oberster Chef, David Pecker, arbeitet nun offenbar mit den Ermittlern zusammen.

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          Für Amerikas Präsidenten bahnen sich möglicherweise weitere, unangenehme Entwicklungen an. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hat sich der Trump bislang wohlgesonnene Verleger des amerikanischen „National Enquirer“, David Pecker, mit Ermittlern getroffen. Das Medium spielt eine Schlüsselrolle in der Affäre um Schweigegeldzahlungen von Trumps ehemaligen Anwalt Michael Cohen an Frauen, mit denen der amerikanische Präsident Affären gehabt haben soll.

          Demnach soll Peckers Medienunternehmen American Media Inc. während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 insgesamt 150.000 Dollar an das ehemalige Playmate Karen McDougal gezahlt haben, um die Rechte an einer Geschichte über ihre Affäre mit Donald Trump für den „National Enquirer“ zu sichern. Das Skandalblatt ist eine Tochter des Unternehmens. Veröffentlicht wurde der Artikel danach nie. Der Vorfall wurde totgeschwiegen. Die Methode ist in den Vereinigten Staaten als „catch and kill“ bekannt, zu Deutsch etwa „fange und vernichte.“

          Dem „Wall Street Journal“ zufolge hat Pecker bei dem Treffen mit den Ermittlern detaillierte Informationen über die Zahlungen preisgegeben, die Trumps Anwalt Cohen arrangiert hatte. Dabei sei es auch um Trumps Wissen um den Deal gegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mit Peckers Aussage hätten die Ermittler nun Erklärungen von mindestens zwei Personen, dass Trump von den Zahlungen gewusst habe, zitierte die Zeitung eine der Quellen.

          Als Gegenleistung für seine Gesprächsbereitschaft über Cohen und Trump sei Pecker von der Staatsanwaltschaft strafrechtliche Immunität zugesichert worden sein, berichten das „Wall Street Journal“ und die „New York Times.“ Auch der Chefredakteur des „National Enquirer“, Dylan Howard“, soll sie zugesichert worden sein. Beide könnten Beweise dafür liefern, dass Trump von Zahlungen an McDougal und die Pornodarstellerin Stormy Daniels gewusst haben.

          Cohen hatte Trump in dieser Woche vor Gericht vorgeworfen, ihn mit Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen beauftragt zu haben. Die Zahlungen hätten gegen die Regeln zur Wahlkampffinanzierung verstoßen. Bei den beiden von Cohen namentlich nicht genannten Frauen soll es sich um Stormy Daniels und McDougal handeln.

          Der Präsident hatte am Donnerstag behauptet, er habe von den Zahlungen erst später erfahren. Zudem bestritt er, dass die Zahlungen ein Problem gewesen seien, da sie nicht aus der Kampagne zu seiner Wahl gekommen seien. Es habe sich um keine Verletzung der Regeln gehandelt. Kritiker sehen das anders. Sie sagen, es habe sich klar um eine wahltaktische Maßnahme gehandelt.

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