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Skandal um Organspenden : CDU-Politiker fordert Strafen für manipulierende Ärzte

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Jens Spahn im Bundestag.

Jens Spahn im Bundestag. Bild: dapd

In Göttingen haben Patienten schneller neue Organe bekommen, als sie ihnen zugestanden hätten. Jetzt beginnt die Diskussion um die Konsequenzen. Sollten die Unterlagen besser kontrolliert werden? CDU-Experte Jens Spahn fordert Strafen für Manipulierer.

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          CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hat nach dem Skandal um gefälschte Patientenakten an der Göttinger Universitätsklinik drastische Strafen gefordert, sollte sich der Manipulationsverdacht bestätigen. „Wir erwarten von der Ärztekammer und auch der Deutschen Stiftung Organspende (DSO), dass sie jetzt konsequent aufklären und bestrafen. Da müssen dann halt auch mal Approbationen entzogen werden“, sagte Spahn den „Ruhr Nachrichten“ und drohte der DSO: „Ansonsten müsste man die Stiftung selbst ihrer Aufgaben entledigen.“ Intransparenz und die anhaltende Diskussion über Machenschaften wie jetzt in Göttingen brächten das Thema Organspende in Verruf, fürchtet Spahn.

          Insgesamt verteidigte Spahn das deutsche System der Organspende: „Die Organe, die gespendet werden, werden nach nachvollziehbaren und transparenten Kriterien auf die Wartenden verteilt, Abläufe und Operationen verlaufen hochprofessionell“, sagte er.

          Vier-Augen-Prinzip einführen?

          Der Chef der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, Hans Lilie, schlägt wegen des Organspende-Skandals eine zusätzliche Kontrollinstanz für die Überprüfung von Patientendaten nach dem Vier-Augen-Prinzip vor. „Bei dem Skandal in Göttingen wurden offenbar Laborwerte verfälscht. Daher verfolge ich die Idee, dass ein Laborarzt die Daten, die Eurotransplant geschickt werden, noch einmal prüfen sollte“, sagte Lilie der Zeitung „Die Welt“.

          Eurotransplant ist die für Deutschland zuständige Vermittlungsstelle für Organspenden. Dieser Arzt wäre dann ein Zeuge für die Richtigkeit der Daten. Der Strafrechtsprofessor betonte, dass es sich bei seinem Vorschlag noch nicht um eine konkrete Forderung handle. Erforderlich wäre hierfür zuvor „eine entsprechende Entscheidung der Ständigen Kommission“.

          Gegen das Vier-Augen-Prinzip sprach sich Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Mitglied der Kommission Organtransplantation, aus: „Ich bin dagegen, das Vier-Augen-Prinzip einzuführen. Das ist für manche Entscheidungen nicht günstig und praktisch auch nicht immer machbar.“ Man müsse, „nicht das ganze System revolutionieren“. Stattdessen müssten alle Transplantationszentren darauf überprüft werden, ob dort bisher richtig gearbeitet wurde, forderte Windhorst.

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