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Sicherheitsrisiko Fußball : Ultra Mobbing

In Köln ist ein Fußballspieler öffentlich gemobbt worden - ein Zeichen für die Verrohung der Sitten. Doch schon rollt die Verharmlosungswelle. Denn es geht schließlich um viel Geld.

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          Wer einmal „Fans“ begegnet ist, die sich pöbelnd in ihre „Arena“ vorkämpfen, muss ins Grübeln kommen, wenn der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes von einer „einzigartigen Fußballkultur in Deutschland“ spricht. Es mag in anderen Ländern noch schlimmer sein. Doch auch hierzulande haben sich die Fanklubs der „Ultras“ längst zu Sekten entwickelt, die am Wochenende unter massivem Einsatz der Polizei ihren Staat im Staate feiern.

          Vereine, Spieler und echte Fans wagen es nicht, dagegen vorzugehen und deutlich zu machen, dass dieses Treiben mit Fußball nichts zu tun hat. Warum ist das so? Weil in der „Arena“ ohne „Ultras“ nur halb so viel Stimmung wäre - und Stimmung ist das Geschäftsmodell.

          Es zeigt die ganze Perversion des Sports, wenn jetzt erst der Hauptsponsor des 1. FC Köln kommen muss, um der Vereinsführung vor Augen zu halten, dass es schädlich sei, wenn Spieler wie Kevin Pezzoni derart terrorisiert werden, dass sie den Verein verlassen müssen. Doch schon rollt die übliche Verharmlosungswelle. Das Volk will Brot und Spiele.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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