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Trumps Nato-Drohgebärden : Keine Sorge vor nächtlichen Tweets

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Vielleicht am wichtigsten ist, dass der Kongress die Meinung der Wähler widerspiegelt, welche die Nato mit überwältigender Mehrheit unterstützen. Der Think Tank Chicago Council on Global Affairs hat über Generationen von Amerikanern einen stetigen Anstieg im Zuspruch für die Nato festgestellt. Selbst Millennials, die Generation, die zwischen 1981 und 1996 geboren wurde und heute den größten Wählerblock in den Vereinigten Staaten darstellt, schätzen Allianzen und 72 Prozent befürworten die Nato. Der Kongress wird, bestärkt durch diese Zahlen, weiterhin beachtliche Summen zur Verfügung stellen, um Europa bei der Abwehr der Bedrohungen aus dem Osten und Süden der Nato zu unterstützen – allein im letzten Jahr waren es 6,5 Milliarden Dollar.

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In vielerlei Hinsicht ist die Nato-Debatte in Amerika kaum eine wirkliche Debatte. Die meisten Mitglieder der RegierungTrumps sind überzeugte Befürworter des Bündnisses und arbeiten zusammen mit dem Kongress, um die Ziele und Initiativen der Nato voranzubringen. Daher sollten europäische Staats- und Regierungschefs die Maßnahmen des Kongress in ihre Einschätzung der Zukunft der Nato einbeziehen, und sich nicht nur auf die strittigen – und weitgehend unbeliebten – Aussagen des Präsidenten fokussieren.

Trotz Präsident Trumps Kritik an der Allianz erkennen die Mitgliedsstaaten der Nato die wachsenden Bedrohungen für die transatlantische Gemeinschaft. Wie der Kongress haben sie ihre Anstrengungen verstärkt, um sich diesen Herausforderungen zu stellen. Unsere Verbündeten haben ihre Kürzungen der Rüstungsausgaben gestoppt und ihre Investitionen für die Nato um 41 Milliarden Dollar erhöht. Dieser Anstieg wird im Jahr 2020 voraussichtlich 100 Milliarden Dollar erreichen. Darüber hinaus bilden sich in Deutschland und den Vereinigten Staaten wichtige neue Nato-Kommandos, und die Fähigkeiten, hybride Bedrohungen und Terrorismus zu bekämpfen, entwickeln sich rasant.

Auch wenn es vorzuziehen wäre, dass Präsident Trump diese Erfolge anpreist, kann die Rhetorik eines Nato-Oberhaupts nicht die Bedeutung konkreter und konsequenter Maßnahmen überwiegen. Unsere Verbündeten müssen sich weiterhin gegenseitig ermutigen, bei Bedarf Gelder bereitzustellen, Bereitschaft, Widerstands- und Anpassungsfähigkeiten innerhalb ihrer Streitkräfte auszubauen, und die Allianz, wenn immer möglich, zu Hause zu bewerben. Über die richtigen Investitionen hinaus sollten die Mitgliedsstaaten die Nato als ein Wertebündnis wahrnehmen, welches laut dem Atlantikvertrag „auf den Prinzipien der Demokratie, individueller Freiheit und der Rechtsstaatlichkeit“ beruht. Daher sollten die Mitgliedsstaaten die Politik in ihrem eigenen Land kritisch reflektieren und die schleichenden Einflüsse des Autoritarismus, der Korruption und der geschwächten und ineffizienten Regierungsstrukturen stoppen, welche selbst einige der passioniertesten Verbündeten plagen.

Wenn sich die Nato-Mitglieder darauf konzentrieren, das Bündnis zu stärken, kann Europa sich am besten auf externe und langfristige Bedrohungen konzentrieren, die aus China, dem Kreml und von Terrororganisationen kommen. Präsident Trumps Rhetorik ist im Vergleich dazu nur so bedrohlich, wie es Europas Staats- und Regierungschefs erlauben. Sie spiegelt gewiss nicht die gesamte Regierung und erst recht nicht die öffentliche Meinung Amerikas hinsichtlich ihres unnachgiebigen Engagements zur Nato und der gemeinsamen Sicherheit ihrer Mitglieder wider.

Also, Europa, bitte lass dich nicht durch nächtliche Tweets und ausladende Verkündigungen ablenken. Wir stehen an deiner Seite.

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