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Münchner Sicherheitskonferenz : Wang: Amerika sollte Koexistenz mit China akzeptieren

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Er hoffe, dass die Supermacht USA nicht das Vertrauen in der Welt und „ihren gesunden Menschenverstand“ verliere: Chinas Außenminister Wang in München Bild: AFP

China reagiert empört auf die scharfe Kritik des amerikanischen Außenministers an der kommunistischen Führung. Man wolle in Amerika keinen Erfolg eines sozialistischen Landes, sagte Außenminister Wang in München.

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          Chinas Außenminister Wang Yi hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, sich auf die Koexistenz mit der aufsteigenden Supermacht einzustellen. „Man akzeptiert in den USA keinen Erfolg eines sozialistischen Landes“, sagte Wang am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz und reagierte damit auf scharfe Kritik des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo.

          Wang betonte, dass sein Land eine starke und geeinte EU wolle und engere Kontakte zu Europa suche. Dies sei besonders wichtig, weil sich die Vereinigten Staaten immer unilateraler verhielten. Es gebe zwischen Europa und China mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen, sagte er mit Blick auf die multilaterale Zusammenarbeit etwa beim Handel oder Klimaschutz. Zum Streitthema einer Beteiligung des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei am Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes äußerte er sich zurückhaltend. Wang lobte, dass viele EU-Länder einen „wissenschaftsbasierten“ Ansatz wählten.

          Hintergrund ist die Entscheidung einiger europäischer Staaten wie etwa Großbritanniens oder Deutschlands, Huawei nicht grundsätzlich auszuschließen, wie dies die Vereinigten Staaten fordern. Zum Ausbruch des Coronavirus sagte Wang, dass China diese Herausforderung bewältigen werde und dies die Entwicklung des Landes nur vorübergehend beeinträchtigen werde.

          Zuvor hatten sowohl der amerikanische Außenminister Pompeo als auch Verteidigungsminister Mark Esper scharfe Kritik an der kommunistischen Führung in China geübt. Wang sprach anschließend von „Schmierkampagnen und Lügen“. Er hoffe, dass die Supermacht USA nicht das Vertrauen in der Welt und „ihren gesunden Menschenverstand“ verliere.

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