https://www.faz.net/-gpf-7zj7w

Ukraine-Konflikt : Putin: Russland will keinen Krieg

  • Aktualisiert am

Wladimir Putin spricht am Samstag auf einer Tagung in Sotschi Bild: Reuters

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach den Gesprächen von Moskau versichert, sein Land wolle keinen Krieg, sondern mehr Kooperation. Außenminister Lawrow äußert sich in München optimistisch über die neue Friedensinitiative.

          2 Min.

          Während der Krieg im Osten der Ukraine am Samstag die Münchener Sicherheitskonferenz dominiert, hat sich der russische Präsident Wladimir Putin aus der Ferne zu Wort gemeldet. Nach seinem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande am Freitag in Moskau versicherte Putin, sein Land wolle keinen Krieg. Russland habe „nicht vor, gegen irgendjemanden Krieg zu führen“, sagte Putin am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. „Wir wollen mit allen zusammenarbeiten.“ Zugleich übte Putin abermals scharfe Kritik an den westlichen Sanktionen gegen Russland, die im Zuge der Ukraine-Krise verhängt wurden.

          Bei ihren Gesprächen mit Putin in Moskau hatten Merkel und Hollande am Freitagabend keinen Durchbruch erzielt. Die Politiker einigten sich aber darauf, gemeinsam ein neues Dokument zur Umsetzung des im September in Minsk ausgehandelten Friedensplans zu erarbeiten. Dieser sieht eine Waffenruhe vor, die aber nie hielt.

          „Gewisser Grad an Optimismus“

          Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die neuen Friedensgespräche zur Lösung der Ukraine-Krise positiv bewertet. Über die deutsch-französische Initiative von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Hollande sagte Lawrow am Samstag auf der Münchener Sicherheitskonferenz: „Wir denken, die Gespräche stellen eine gute Grundlage dar für einen gewissen Grad an Optimismus, um hier den Konflikt zu lösen.“ Diese Gespräche „werden weitergeführt werden“.

          Sergej Lawrow spricht auf der Münchener Sicherheitskonferenz

          Lawrow gab den Vereinigten Staaten die Schuld an den massiven Spannungen zwischen dem Westen und Russland. Dafür seien nicht die Ereignisse in der Ukraine im vergangenen Jahr verantwortlich, sondern Entwicklungen während der vergangenen 25 Jahre, so Lawrow. Er kritisierte insbesondere die „amerikanische Obsession“ mit der Raketenabwehr in Europa und hielt Washington vor, damit globale Dominanz erreichen zu wollen und mit der Einrichtung der Raketenabwehr internationale Vereinbarungen zu verletzen. Die Vereinigten Staaten strebten danach, die internationalen Beziehungen in Europa zu dominieren.

          Lawrow sagte: „Zu jedem Zeitpunkt haben die Amerikaner und die EU unter ihrem Einfluss Schritte unternommen, um den Konflikt zu eskalieren.“ So hätten sie etwa direkt den Putsch in der Ukraine gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch unterstützt. Die Welt befinde sich an einem „Wendepunkt“, befand der russische Außenminister: „Es stellt sich die Frage, ob Sie (der Westen) eine Sicherheitsarchitektur mit, ohne oder gegen Russland errichten wollen.“

          Die Ukraine nannte Lawrow „eine rassistische und in Blut getränkte Gemeinschaft“. Es habe dort ethnische Säuberungen gegeben mit dem Ziel, „Juden und Russen zu vernichten“, behauptete er. „In den westlichen Hauptstädten“ habe das aber „zu keinen Reaktionen geführt“. Russland sei dagegen „dem Frieden verpflichtet“, so Lawrow.

          Weitere Themen

          Putin und die Presse

          Deutsche Welle in Russland : Putin und die Presse

          Auf einer Konferenz zu „Medienfreiheit und Sicherheit von Journalisten“ in Moskau wird der harsche Umgang der Regierung mit Journalisten verhandelt. Immerhin: Die Deutsche Welle soll ihre Akkreditierung behalten.

          „Ich bin ein großer Fan von Erdogan“ Video-Seite öffnen

          Donald Trump : „Ich bin ein großer Fan von Erdogan“

          Um das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei steht es nicht zum Besten. Doch Amerikas Präsident Trump empfängt seinen türkischen Kollegen Erdogan mit besonders warmen Worten in Washington.

          Topmeldungen

          Emmanuel Macron und Ursula von der Leyen am 12. November in Paris

          Anhörungen im Parlament : Tag der Wahrheit für Ursula von der Leyen

          An diesem Donnerstag entscheidet sich, ob Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin am 1. Dezember antreten kann. Wird sie zum Opfer eines Kleinkriegs zwischen den Europaabgeordneten und Macron? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

          Treffen in Washington : Trumps Lob und Erdogans Tadel

          Der Versuch des amerikanischen Präsidenten, die Probleme mit der Türkei wegzulächeln, misslingt. Der Gast aus Ankara zeigt in Washington kein Entgegenkommen – und führt Trump zuweilen vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.