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Alexis Tsipras und Zoran Zaev : Die Sonnyboys der Sicherheitskonferenz

Das klang alles ein wenig wie aus dem Poesiealbum des Narzissmus, doch kann Tsipras immerhin darauf verweisen, dass er tatsächlich einen Konflikt gelöst hat, von dem selbst die krisenerprobte deutsche Kanzlerin in ihrer Rede gesagt hatte, sie habe zwischenzeitlich nicht mehr an eine Lösung geglaubt. Er sei jedenfalls sehr zuversichtlich, „dass ich und Zoran“ (in dieser Reihenfolge) auf der richtigen Seite der Geschichte stünden, schloss Tsipras triumphierend. Nach ihm sprach Zaev, strahlend über das ganze Gesicht, über den Erfolg, Er dankte dem „guten Freund Alexis Tsipras“ für die Zusammenarbeit und gab einen Ausblick auf Mazedoniens baldige Aufnahme in die Nato. In dieser einen Stunde wurde deutlich, was sonst kaum aufschien in München: Konflikte können auch gelöst werden.

Es war kein Zufall, dass Wolfgang Ischinger als Chef der Sicherheitskonferenz direkt nach dem Auftritt von Tsipras und Zaev ein Kontrastprogramm auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Kaum hatten die beiden Jahrgangsbesten das Podium verlassen, kamen Serbiens Präsident Aleksandar Vucic und sein kosovarischer Widerpart Hashim Thaci auf die Bühne. Der balkanerfahrene Ischinger, der im Jahr 2007 Kosovo-Vermittler der EU gewesen war, moderierte das serbisch-kosovarische Renkontre selbst. Er fragte die Staatschefs einleitend, warum ihnen nicht gelinge, was Tsipras und Zaev vollbracht haben.

Der Präsident des Kosovo, Hashim Thaci (vorne), bei einem Treffen des UN-Sicherheitsrates in New York
Der Präsident des Kosovo, Hashim Thaci (vorne), bei einem Treffen des UN-Sicherheitsrates in New York : Bild: dpa

Zunächst antwortete Vucic, der deutlich mehr Redezeit erhielt als Thaci und dem Ischinger außer der Eröffnung auch das Schlusswort zugestand. Vucic erwähnte das unter Vermittlung der EU geschlossene „Brüsseler Abkommen“ von 2013. Darin verpflichten sich Serbien und das Kosovo zu einer Normalisierung ihrer Beziehungen. Serbien habe alle Vorgaben des Abkommens erfüllt, das Kosovo hingegen keine, so Vucic. Er wies darauf hin, dass im serbisch dominierten Norden des Kosovos Kommunalwahlen nach kosovarischem Recht abgehalten wurden, ganz wie in dem Abkommen vorgesehen.

Zudem habe Serbien sich nicht dagegen gesperrt, dass dem Kosovo 2017 eine eigene internationale Telefonvorwahl zuerkannt wurde. Den 2013 vereinbarten Gemeindeverband der Kosovo-Serben gebe es jedoch bis heute nicht. „Sie hatten nur eine Verpflichtung, die sie erfüllen mussten“, sagte Vucic. „Das war vor 2126 Tagen – und Sie haben nichts geliefert!“ Stattdessen habe das Kosovo gegen den Willen Belgrads versucht, Mitglied internationaler Organisationen wie der Unesco und dem Polizeiverband Interpol zu werden. Nachdem dieses an sich vernünftige Unterfangen als Folge der serbischen Blockadepolitik gescheitert war, verhängte das Kosovo Einfuhrzölle gegen Waren aus Serbien. „Stur und halsstarrig“ nannte Vucic das.

„Es ist einfach, ein Drama zu schaffen“

Thaci erwiderte ein wenig ungeschickt, Vereinbarungen wie jene über die Bildung eines Gemeindeverbands im Kosovo seien nun einmal nur durchsetzbar, wenn sie mit der Verfassung und den Gesetzen eines Landes übereinstimmen. Er erwähnte nicht, was für das Verständnis wichtig gewesen wäre: Dass nämlich das kosovarische Verfassungsgericht die Bildung eines Verbands serbischer Gemeinden in der von Belgrad gewünschten Form, die auf einen Staat im Staate hinausläuft, für illegal erklärt hat. Stattdessen erinnerte Thaci daran, warum eine Aussöhnung zwischen Serbien und dem Kosovo viel schwieriger ist als die dieser Tage immer wieder zum Vergleich herangezogene Einigung zwischen Athen und Skopje.

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