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Truppenabzug aus Syrien : Ranghoher General widerspricht Trump

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Stimmt nicht mit Trumps Entscheidung zum Truppenabzug aus Syrien überein: General Joseph Votel Bild: AP

Die Terrormiliz IS sei noch lange nicht besiegt, sagt der Kommandeur der amerikanischen Streitkräfte im Mittleren Osten in einem Interview. Auch ein einflussreicher Parteikollege Trumps warnt in München vor den Folgen des Truppenabzugs aus Syrien.

          Im Dezember hat der amerikanische Präsident Donald Trump auf Twitter den Sieg über die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verkündet – und kurz darauf bestätigte das Weiße Haus, die Vereinigten Staaten würden ihre Soldaten aus Syrien abziehen. Diese Entscheidung sorgte nicht nur in Washington für Irritationen. Auch die internationalen Partner Amerikas reagierten mit Unverständnis. Gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender CNN äußerte sich nun der amerikanische General Joseph Votel, der den Krieg gegen den IS als Chef des Central Command bisher geführt hat – und widersprach der Einschätzung des Präsidenten.

          Der Kommandeur der amerikanischen Streitkräfte im Mittleren Osten warnte, dass man weit davon entfernt sei, den IS besiegt zu haben. Zudem seien die Milizen in Syrien, die bisher von den Amerikanern unterstützt wurden, noch nicht in der Lage, den Kampf gegen die Terrormiliz allein aufzunehmen. „Zu diesem Zeitpunkt wäre es nicht mein militärischer Rat gewesen. Ich hätte diesen Vorschlag offen gesagt nicht gemacht", kommentierte Votel Trumps Entscheidung.

          Von einem „Sieg über den IS“ würde er nur sprechen wollen, wenn er sicher sei, dass die Terrormiliz keine Bedrohung mehr darstelle, sagte Votel dem Fernsehsender. „Wenn ich sage: ‚Wir haben sie besiegt‘, möchte ich sicherstellen, dass sie nicht in der Lage sind, Angriffe gegen die Vereinigten Staaten oder unsere Verbündeten zu planen oder zu leiten.“ Zuvor gab der General bereits bekannt, dass er „nicht einbezogen worden war“, bevor Trump seine umstrittene Ankündigung machte.

          Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den IS sei dann geschafft, wenn die Partner vor Ort alleine in der Lage seien, die Gefahr durch die Terrormiliz zu meistern: „Ob es nun die irakischen Sicherheitskräfte im Irak sind oder die Syrischen Demokratischen Kräfte in Syrien sind, wenn sie es schaffen, diese Bedrohung alleine zu meistern, ist das ein weiteres Schlüsselkriterium, das mir zeigt, dass wir unsere Mission der Niederlage des IS erfüllt haben.“

          Dies sei in Syrien aber noch nicht der Fall. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) seien Votel zufolge weiterhin auf die Vereinigten Staaten angewiesen. „Sie benötigen immer noch unsere Hilfe und unseren Beistand“, sagte der General.

          Der einflussreiche amerikanische Senator Lindsey Graham rief die Verbündeten der Vereinigten Staaten unterdessen zur Unterstützung für eine militärische Sicherheitszone in Syrien auf. „Lasst uns in Syrien nicht die gleichen Fehler machen, die wir im Irak gemacht haben“, sagte der Republikaner am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz während einer Debatte zur Zukunft von Verteidigungskooperationen.

          Er habe Trump erklärt, ein Abzug von amerikanischen Truppen dort dürfe nicht zur Rückkehr des IS führen. Es müsse auch verhindert werden, dass die Türkei im syrischen Grenzgebiet gegen kurdische Milizen vorgehe – im Interesse des Nato-Verbündeten Türkei und der Kurden, die Partner im Kampf gegen den IS seien. „Wir sind es der Türkei schuldig, dieses Problem zu lösen“, sagte er.

          Im Bürgerkriegsland Syrien tobt der Kampf um die letzte IS-Hochburg Baghus an der Grenze zum Nachbarland Irak. Die Truppen unter kurdischer Führung werden von Kampfjets der von Amerika angeführten internationalen Anti-IS-Koalition unterstützt. Sollte die Offensive erfolgreich sein, könnte der jahrelange Krieg gegen den IS in Syrien und im benachbarten Irak sein vorläufiges Ende erreichen. Die Türken betrachten die kurdischen Milizen allerdings als Ableger der verbotenen PKK.

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