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Merkel in München : Die Instant-Führerin der freien Welt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Münchner Sicherheitskonferenz Bild: Reuters

Einer der letzten Auftritte der Kanzlerin in München wird zu ihrem größten Triumph. Selbstbewusst und bescheiden zugleich hält sie ein flammendes Plädoyer für Multilateralismus. Viele zollen ihr stehend Applaus. Doch eine bleibt sitzen.

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          „Und Du denkst, Dein Herz schwappt Dir über“, singt Herbert Grönemeyer über jene einzigartigen Momente, die einen euphorisieren. Der Beginn des Frühlings. Die Vorfreude auf einen geliebten Menschen. Wenn sich alles leicht anfühlt und am richtigen Platz. Dass ausgerechnet Angela Merkel am Samstagmorgen bei zahlreichen Teilnehmern der Münchner Sicherheitskonferenz mehrfach dieses Sekundenglück auslöste, lag gewiss an der komplexen Weltlage, die vielen wie Blei auf der Seele liegt. Aber vor allem lag es an ihr selbst.

          Bei ihrer mehrfach von tosendem Applaus unterbrochenen Rede schien es immer wieder Momente lang so, als ob die Kanzlerin die Rolle angenommen hätte, die sie stets abgelehnt hatte: zur Führerin der freien Welt zu werden und damit die gewaltige Lücke auszufüllen, die seit dem Amtsantritt von Amerikas Präsidenten Donald Trump ins Lager der Multilateralisten gerissen worden ist. Eine Rolle, die jeden deutschen Kanzler langfristig überfordern würde.

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