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Londoner Denkfabrik : Russlands Militärausgaben schrumpfen

  • Aktualisiert am

Russlands Stolz: Der neue Panzer Armata soll Moskau schlagfertiger machen. Bild: dpa

Russlands militärische Aufholjagd gegenüber Amerika verliert offenbar an Schwung. China setzt sie fort. Und der technologische Vorsprung des Westens schmilzt, warnt die Londoner Denkfabrik IISS.

          In Sachen Verteidigungsausgaben war Russland bisher treibende Kraft in Europa. Jetzt hat das Land seine Militärausgaben jedoch gekürzt. Das geht aus dem Jahresbericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) hervor. Demnach sank der russische Verteidigungsetat im Jahr 2015 auf 65,6 Milliarden Dollar. Zuvor war er über mehrere Jahre angestiegen und hatte 2014 einen zwischenzeitlichen Höchststand von 70 Milliarden erreicht.

          Auch Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich investierten zuletzt weniger in Verteidigung. Die Vereinigten Staaten hingegen gaben mehr aus. In Amerika stiegen die Ausgaben seit 2014 um 16,5 Milliarden Dollar und bleibt mit 597,5 Milliarden der Staat mit den größten Militärausgaben. In China, das am zweitmeisten ausgibt, war die Steigerung mit 16,4 Milliarden fast genau so groß, prozentual jedoch sehr viel höher.

          Laut dem Bericht geht der militärische Vorsprung des Westens dennoch zurück. Technologien wie etwa Marschflugkörper und unbemannte Drohnen seien in den vergangenen Jahren mehr Ländern zugänglich geworden als bisher, sagte der Chef des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS), John Chipman, bei der Vorlage des Jahresberichts am Dienstag.

          Rüstungstechnologie werde zudem zunehmend im Privatsektor entwickelt und nicht länger in staatlich finanzierten Forschungseinheiten. Somit sei es für Regierungen auch schwieriger geworden, die Verbreitung dieser Technologien im Auge zu behalten.

          China und Russland seien dabei, ihre militärischen Arsenale zu modernisieren, hieß es weiter. In der Golfregion könnten sich nach der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran auch Veränderungen im militärischen Gleichgewicht ankündigen, sollte sich Teheran zu einer Modernisierung seiner Waffensysteme entscheiden.

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