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Einsatzbereitschaft : Hundert Prozent Bundeswehr

Volle Einsatzbereitschaft: Übung mit Kampfschwimmern des Kommando Spezialkräfte der Marine im November nahe Eckernförde Bild: dpa

Ist die Bundeswehr ein Abbild der Gesellschaft? Eher ein Ausdruck der politischen Führung. Die predigt mehr Verantwortung, aber fürchtet jede Gewalt.

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          Ein Arbeitskreis zur Einsatzbereitschaft? Immerhin. Die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt nennt das „Initiative“ und hat erkannt, dass etwa eine Einsatzbereitschaft von siebzig Prozent nicht ausreicht.

          Die Streitkräfte sind nicht ein Abbild der Gesellschaft, aber sie sind Ausdruck der politischen Führung. Somit spiegelt sich in der Lage der Bundeswehr heute die Unsicherheit über Deutschlands Rolle in der Welt: auf keinen Fall Größenwahn, keine einseitige Durchsetzung nationaler Interessen (gibt es die überhaupt?), keine unilateralen Aktionen. Auf jeden Fall aber Einbindung in EU, Nato und Vereinte Nationen, Friedenssicherung und zivile Hilfe. Auf jeden Fall mehr Verantwortung, aber möglichst auf keinen Fall mit Gewalt. Es macht es nicht leichter, dass die Verbündeten manches anders sehen – und man nicht alles zugleich haben kann.

          Grundkonsens sollte sein, Verpflichtungen und Versprechen einzuhalten. Das gilt zum einen im Bündnis, siehe das Zwei-Prozent-Ziel. Das gilt aber auch gegenüber dem eigenen Volk und damit den eigenen Söhnen und Töchtern, die sich dem Dienst an der Waffe verschrieben haben.

          Die Bundeswehr muss zumindest in der Lage sein, das eigene Land im Bündnis nicht erpressbar zu machen, seine Versorgung zu sichern, Bürger notfalls herauszuhauen, den Staat unabhängig und frei zu halten. Gerade damit es nicht zum Einsatz kommt, muss die Bundeswehr immer bereit sein. Zu hundert Prozent.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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