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Showdown bei der FDP : Möllemanns neues Friedensangebot

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Möllemann sucht nach einem Ausweg Bild: AP

Unmittelbar vor dem Sonderparteitag der FDP hat Möllemann, NRW-Chef der Liberalen, angeboten, sich aus dem Bundesvorstand zurückzuziehen.

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          Unmittelbar vor dem Sonderparteitag der nordrhein-westfälischen Liberalen hat der FDP-Landesvorsitzende Jürgen Möllemann der Bundespartei ein neues Friedensangebot gemacht.

          Als Zeichen seines „guten Willens“ werde er nicht nur sein Bundestagsmandat niederlegen, sondern sich auch aus dem Bundesvorstand zurückziehen, sagte er in einem vorab veröffentlichten Interview mit der „Bild am Sonntag“. Dann sei klar, dass FDP-Parteichef Guido Westerwelle in der Bundesspitze
          die nordrhein-westfälische FDP vertrete, er konzentriere sich auf den Landes- und Fraktionsvorsitz an Rhein und Ruhr.

          Möllemann glaubt nicht an „politische Hinrichtung“

          Möllemann äußerte die Überzeugung, dass die Mehrheit der 400 Delegierten am Montagabend auf dem Sonderparteitag in Wesel ihm als Landeschef das Vertrauen aussprechen werden. „Ich habe nicht das Gefühl, dass meine politische Hinrichtung als Landesvorsitzender bevorsteht“, sagte er . Er habe von der FDP-Basis in NRW „viele ermutigende Signale“ erhalten. Möllemann machte weiter deutlich, dass er im Falle einer Niederlage die Partei verlassen werde.

          In einem Radiointerview erneuerte er zugleich sein Angebot zur Zusammenarbeit mit Parteichef Guido Westerwelle. „Meine Hand bleibt ausgestreckt“, sagte Möllemann. Ihm gehe es nicht um ein Duell mit
          Westerwelle.

          Thierse will Prüfung der Flugblattkampagne

          Heftige Kritik äußerte Möllemann indes an Teilen der Parteispitze. Insbesondere aus dem Südwesten werde seit 14 Tagen eine „Kampagne“ gegen seine Person geführt. Namentlich nannte Möllemann die
          Landesvorsitzenden von Baden-Württemberg, Bayern und Hessen, Walter Döring, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Ruth Wagner.

          Vorwürfe, er hätte seine umstrittene Flugblatt-Aktion mit Spenden teilfinanziert, die über 50 000 Euro gelegen hätten, wies Möllemann zurück. Bis Ende Dezember würden die Rechenschaftsberichte einer
          externen Revision übergeben werden. „Natürlich gibt es keine anonymen Spender und es gibt keine Großspender über 50 000 Euro. Da ist nichts hineinzugeheimnissen“, betonte der NRW-Landesvorsitzende.

          Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die FDP nach Angaben der Partei aufgefordert,
          die Finanzierung des umstrittenen israelkritischen Wahlkampfflugblatts von Möllemann durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen. FDP-Schatzmeister Günter Rexrodt sagte, , diese Prüfung werde kommende Woche eingeleitet.

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