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Sergej Juschenkow : Russischer Parteiführer erschossen

  • Aktualisiert am

Der frühere russische Informationsminister und Duma-Abgeordnete Sergej Juschenkow ist am Donnerstag in Moskau erschossen worden. Juschenkow war Vorsitzender der Partei „Liberales Russland“.

          Der frühere russische Informationsminister und Duma-Abgeordnete Sergej Juschenkow ist am Donnerstag in Moskau erschossen worden.

          Ein Unbekannter habe dem 52-jährigen liberalen Politiker und Gegner von Präsident Wladimir Putin aufgelauert, als dieser im Stadtteil Tuschino im Nordwesten der Stadt vor seinem Haus aus dem Dienstwagen stieg, teilte die Polizei mit. Nachdem er sein Opfer durch mehrere Schüsse in die Brust getötet hatte, warf der Täter die Pistole weg und flüchtete zunächst unerkannt. Juschenkows Frau bestätigte am Telefon den Tod ihres Mannes.

          Juschenkow war von 1993 bis 1994 Informationsminister Russlands, danach Mitglied des Verteidigungsausschusses der Staatsduma. Er ist der zweite Abgeordnete der Liberalen Russischen Partei, der einem Attentat zum Opfer fiel. Im August wurde Wladimir Golowljow von einer Kugel in den Kopf getroffen. Juschenkow mutmaßte damals, der Mord sei politisch motiviert gewesen.

          „Politische Gründe“

          Parlamentspräsident Gennadi Selesnjow sagte laut Nachrichtenagentur ITAR-TASS, er habe keinen Zweifel, dass der Anschlag auf Juschenkow politische Gründe habe. Er war Mitglied im Geheimdienstausschuss der Staatsduma und einer der schärfsten Kritiker des Tschetschenienkrieges und der KGB-Nachfolgeorganisation FSB. Vergangenes Jahr veröffentlichte er zusammen mit seiner Partei einen Film, in dem dem FSB eine Verwicklung in eine Serie von Bombenanschlägen in Moskau vor vier Jahren vorgeworfen wird. Bei den Anschlägen starben 300 Moskauer. Putin machte tschetschenische Terroristen verantwortlich und begründete so den Krieg gegen die abtrünnige Kaukasusrepublik.

          Die Liberale Partei war erst im vergangenen Jahr mit Unterstützung des Milliardärs Boris Beresowski gegründet worden. Beresowski wurde wegen seiner Annäherung an die Kommunisten später ausgeschlossen.

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