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Seenotrettung im Mittelmeer : Bedeuten mehr Retter auch mehr Migranten?

Mare Nostrum: 2014 rettete noch Italiens Marine Migranten im Mittelmeer. Bild: dpa

Seenotretter fördern durch ihre Anwesenheit im Mittelmeer die Migration nach Europa. Diese These weisen Forscher vehement zurück – und sprechen von einer zu simplen Vorstellung. Aber was ist der wirkliche Anreiz für Migration?

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          Schafft die Seenotrettung durch Nichtregierungsorganisationen im Mittelmeer einen Anreiz zur Migration nach Europa? Ist sie ein sogenannter Pull-Faktor? Carola Rackete, die frühere Kapitänin der „Sea-Watch 3“, sagte dazu vor einigen Tagen: „Es gibt mehrere Studien, der Pull-Faktor wurde nicht widerlegt, das stimmt. Aber gleichzeitig wurde auch ein direkter Zusammenhang zwischen der Anwesenheit von Rettungsschiffen und dem Ablegen von Flüchtlingsbooten nicht bestätigt“, so die Deutsche in einem Interview mit der Zeitung „Der Standard“.

          Thomas Jansen

          Redakteur in der Politik.

          Bemerkenswert war diese Antwort in doppelter Hinsicht: Zum einen, weil private Seenotretter die Behauptung, ihr Handeln fördere die Migration nach Europa, meist empört zurückweisen. Vor allem aber, weil sie darauf verweist, wie wenig man bis heute darüber weiß, was die Migration von Afrika nach Europa beeinflusst. Dabei ist das Phänomen nicht erst in den vergangenen Jahren auf die politische Tagesordnung gekommen – bereits 2004 forderte der damalige Bundesinnenminister Otto Schily die Einrichtung von Lagern für Migranten in Libyen.

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