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Sechzig Jahre Israel : Ein Kampf für Sicherheit und Frieden

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Es gibt in der Geschichte eines Volkes Momente, die eine Zäsur darstellen. Ein solcher Moment ist ohne Zweifel der Freitagnachmittag des 14. Mai 1948 - jenes Tages, an dem das britische Mandat in Palästina endete.

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          Es gibt in der Geschichte eines Volkes Momente, die eine Zäsur darstellen. Ein solcher Moment ist ohne Zweifel der Freitagnachmittag des 14. Mai 1948 - jenes Tages, an dem das britische Mandat in Palästina endete. Kurz vor dem Schabbat fanden sich die Mitglieder des Nationalrates im Tel Aviv Museum ein und erklärten feierlich: "Wir verkünden hiermit kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes und aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates im Land Israel - des Staates Israel." David Ben Gurion, der erste Ministerpräsident, verlas damals die Unabhängigkeitserklärung: "Im Lande Israel entstand das jüdische Volk. Hier prägte sich sein geistiges, religiöses und politisches Wesen. Hier lebte es frei und unabhängig. Hier schuf es eine nationale und universale Kultur und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher."

          Die Unabhängigkeitserklärung meines Staates, die mit diesen Sätzen beginnt, schlug ein neues Kapitel im alten Buch des jüdischen Volkes auf. Bis zu der Zäsur des Jahres 1948 waren Jahrtausende vergangen. Sie standen überwiegend im Zeichen von Verfolgung, Diskriminierung, Erniedrigung. Ihr tiefster Punkt war die Shoa. Doch trotz allem hatten die Juden in der Diaspora große Leistungen vollbracht.

          Zufälligerweise sind sechzig Jahre Israel auch 60 Jahre Shimon Stein, denn genau im Jahr 1948 wurde ich geboren. In den sechs Jahrzehnten und ihrer Vorgeschichte spiegelt sich die Biographie des Staates und seiner Entstehung.

          Meine Eltern kamen in einer Hochburg deutscher Kultur zur Welt: in Chernowitz in der Bukowina, wo die Dichter Paul Celan und Rose Ausländer geboren wurden und die Juden im kulturellen und wirtschaftlichen Leben eine führende Rolle spielten. In Chernowitz durften sie aber nur die ersten Jahre ihres Lebens verbringen, so wie sich auch der Verlauf der europäischen Geschichte in den vergangenen 200 Jahren mit ihren Höhepunkten und ihren Tiefpunkten in dieser Stadt widerspiegelt: Zunächst gehörte sie zu Österreich-Ungarn, dann zu Rumänien, dann zur Sowjetunion und heute zur Ukraine.

          Die Familien meiner Eltern waren keine Zionisten. Von Theodor Herzl, dem Gründer der zionistischen Bewegung, fühlten sie sich nicht angesprochen. Die Familien gehörten nicht der jüdischen Orthodoxie an, aber sie lebten jüdisch. Sie waren nicht assimiliert, aber sie waren vollständig in das Leben der Stadt integriert. Warum sollte Palästina für sie ein Ziel sein? Theodor Herzls Leistung war herausragend, ja historisch einmalig. Das wird gerade vor dem Hintergrund der Ablehnung des Zionismus durch breite Teile des jüdischen Volkes, einschließlich meiner Familie, erst richtig klar. Herzl hat als Jude den europäischen Zeitgeist der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erkannt und analysiert. Dieser Zeitgeist stand im Zeichen des wachsenden Nationalbewusstseins, der Entstehung des Nationalstaates und auch des zunehmenden Antisemitismus. Herzl zog daraus Schlussfolgerungen.

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