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Neue Vorwürfe gegen Edathy : Angeblich schon 2004 Nacktbilder entdeckt

  • -Aktualisiert am

Sebastian Edathy Bild: dpa

Ein Mitarbeiter einer IT-Firma soll bereits vor zehn Jahren auf dem Bundestagscomputer von Sebastian Edathy Nacktaufnahmen von Knaben gefunden und dies gemeldet haben. Am Dienstag wird sich entscheiden, ob ein Untersuchungsausschuss zur Affäre eingesetzt wird.

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          Schon im Jahr 2004 sollen auf dem Bundestagscomputer des damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy Nacktbilder von Knaben gefunden worden sein. Diese soll der Mitarbeiter einer IT-Firma, die die Bundestagscomputer wartete, im elektronischen Papierkorb Edathys gefunden haben. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus zuverlässiger Quelle erfuhr, ermittelt die Staatsanwaltschaft in Hannover in der Angelegenheit.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Dort wollte man jedoch keine Angaben zu den neuen Vorwürfen gegen Edathy machen. Als Grund wurde das in diesem Jahr eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Abgeordneten genannt, in dem es darum geht, dass er auf einer Kundenliste eines kanadischen Pornovertriebs stand. Die Zeitschrift „Focus“ berichtet, der Mitarbeiter der IT-Firma habe dem Blatt mitgeteilt, dass er bei der Sicherung von Daten auf Edathys Computer mehr als zwanzig Bilder von thailändischen oder indischen Knaben gefunden habe, die nackt vor der Kamera posierten.

          Er soll die Bilder auf einer CD gespeichert und seinen Vorgesetzten informiert haben. Dieser soll die Bundestagsverwaltung in Kenntnis gesetzt haben. Mit Hinweis auf das seit Februar laufende Verfahren gegen Edathy machte der Bundestag keine Mitteilung zu den neuen Vorwürfen. Unterdessen teilte der Linke-Innenpolitiker Jan Korte dieser Zeitung mit, dass sich seine Fraktion an diesem Dienstag mit der Grünen-Fraktion treffen werde, um über die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zum Thema Edathy zu beraten.

          Die Grünen haben sich schon in der vorigen Woche dafür ausgesprochen, die Linke zögert seither. Verschiedene Linke-Politiker äußerten sich widersprüchlich. Nach dem Treffen will die Linke beschließen, ob sie auch für einen Untersuchungsausschuss ist. Nur beide Oppositionsparteien zusammen können ihn gegen den Willen der Koalition erzwingen.

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