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Schulschwimmen : Giffey: Keine religiösen Ausreden

  • Aktualisiert am

„Notfalls Bußgeld verteilen“: Familienministerin Franziska Giffey Bild: dpa

Zur Schulpflicht in Deutschland gehöre auch der Sportunterricht, sagt Familienministerin Giffey. Notfalls müsse diese auch mit Bußgeld durchgesetzt werden.

          Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will Schülern nicht zugestehen, dem Schwimm- oder Sportunterricht aus religiösen Gründen fernzubleiben. „Beim Schwimm- und Sportunterricht darf es keine kulturellen oder religiösen Ausreden geben“, sagte die SPD-Politikerin der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). In Deutschland bestehe Schulpflicht – und der Schwimmunterricht gehöre dazu. „Das ist durchzusetzen, in letzter Konsequenz mit einem Bußgeld“, forderte die frühere Bürgermeisterin des multikulturell geprägten Bezirks Berlin-Neukölln. Wichtig sei, Gespräche mit den Eltern und ihren Kindern zu führen.

          Als „Blödsinn“ bezeichnete Giffey Behauptungen, sie sei für das Verteilen sogenannter Burkinis an Schulen. Die AfD hatte der Familienministerin vorgeworfen, damit Sonderrechte für fundamentalistische Muslime zu unterstützen, die sich nicht den deutschen Regeln anpassen wollten. Zuvor hatte Giffey gesagt, sie befürworte zwar keineswegs das Tragen von Burkinis im Schwimmunterricht – allerdings sollten sich Bundespolitiker nicht darüber erheben, wenn Schulen durch solch pragmatische Lösungen die Teilnahme muslimischer Schülerinnen am Schwimmunterricht sicherstellten. Oberstes Ziel sei, dass alle Kinder Schwimmen lernen - ungeachtet ihrer Herkunft und Religion.

          Auslöser der Debatte war der im Juni bekanntgewordene Fall eines Gymnasiums in Herne in Nordrhein-Westfalen, das 20 Leihburkinis angeschafft hatte. Diese bedecken bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperteile.

          Außerdem kündigte Giffey den Start eines Programmes mit Anti-Mobbing-Experten auch gegen Antisemitismus an Schulen an. „Antisemitismus an Schulen ist ein großes Problem“, sagte Giffey. Im normalen Schulalltag sei das für die Lehrkräfte nur schwer zu bewältigen. Die Lehrerinnen und Lehrer bräuchten mehr Unterstützung, etwa für Schulsozialarbeit und Elternarbeit.

          „Deswegen werden wir ab dem kommenden Schuljahr in einem ersten Schritt 170 Anti-Mobbing-Profis an ausgewählte Schulen in Deutschland schicken, die vom Bund finanziert werden“, sagte Giffey. Wenn Schulen da mitmachten, sei das ein Zeichen dafür, dass sie konsequent gegen Mobbing vorgingen. „Religiöses Mobbing in Klassenzimmern und auf Schulhöfen müssen wir sehr ernst nehmen. Egal von wem es ausgeht“, sagte Giffey. In der Schule müssten Kinder ein friedliches Miteinander und Respekt lernen.

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