https://www.faz.net/aktuell/politik/scholz-auf-g-7-gipfel-weder-anfuehrer-noch-neuling-18135561.html

Scholz auf G-7-Gipfel : Weder Anführer noch Neuling

Noch einmal am kleinen Tisch: Johnson, Biden, Scholz, Macron und Draghi Bild: Reuters

Drei Tage lang suchten die G-7-Staaten mit ihren Gästen nach Antworten auf die drängenden Fragen von Krieg, Hunger und Klimawandel. Scholz zeigt sich zufrieden und verrät, wie er seine Rolle als deutscher Kanzler dabei sieht.

          5 Min.

          Die Staats- und Regierungschefs der westlichen Industrienationen haben in ihrer Abschlusserklärung verschriftlicht, was sie auf ihrem G-7-Gipfel im bayerischen Elmau zuvor drei Tage lang schon immer wieder in Bildern und Szenen präsentierten. In ihrem gemeinsamen Text heißt es, „in einer Zeit, in der die Welt von Spaltungen und Erschütterungen bedroht ist, stehen wir, die G 7, geschlossen zusammen“.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.
          Franca Wittenbrink
          Redakteurin in der Politik.

          Gemeinsam mit „Partnern“ – nach Elmau waren auch die Repräsentanten von Indien und Indonesien, Senegal und Südafrika sowie Argentinien geladen – sei man entschlossen, „die universellen Menschenrechte und die demokratischen Werte, die regelbasierte multilaterale Ordnung und die Resilienz unserer demokratischen Gesellschaften zu verteidigen“. Es gelte, „die Herausforderungen unserer Zeit“ anzunehmen.

          Bundeskanzler Olaf Scholz blickte am Ende des Gipfels auf „intensive und konstruktive“ Tage in Elmau zurück. In Zeiten der Unsicherheit sei es „umso wichtiger, dass wir in dieser Welt Freunde und Verbündete haben“, sagte der Kanzler. Solche Freunde seien die Mitglieder der G-7-Runde. Das habe man in Elmau klar gespürt.

          Scholz lobt Vertrauen

          „Elmau war sehr gut für G7 und die Staaten, die hier miteinander kooperieren, weil wir die Zeit genutzt haben“, so Scholz. Es müsse direkte Gespräche geben, die es ermöglichen, aufeinander einzugehen und Gesprächsfäden auch mal einen halben Tag später wieder aufzugreifen. „Das ist hier gelungen“, so Scholz. Das Treffen habe sich daher „wirklich ausgezahlt“, es sei „großes Vertrauen entstanden“ – und das werde auch in Zukunft helfen.

          Zu den erwähnten Herausforderungen zählen die G 7 den Krieg Russlands in der Ukraine, dessen Folgen für Energiepreise und die Nahrungsmittelversorgung sowie die „langfristigen Aufgaben“, also den Kampf gegen Klimawandel und die Stärkung der Demokratien in der Welt. Neben vielfältigen Versicherungen des Zusammenwirkens, um diese Aufgaben zu meistern, enthält die Abschlusserklärung verschiedene Versprechen zur Bereitstellung hoher Summen, mit denen Veränderungen erreicht werden sollen.

          Bundeskanzler Scholz spricht zum Abschluss des G-7-Gipfels
          Bundeskanzler Scholz spricht zum Abschluss des G-7-Gipfels : Bild: Lucas Bäuml

          Die Ukraine erhält keine ausdrücklichen Zusagen zur Lieferung neuer Waffensysteme, stattdessen wird festgehalten, dass die G7 dem Land im laufenden Jahr 2,8 Milliarden Dollar an humanitärer Hilfe überweisen und die zehnfache Summe an Budgethilfen zugesagt haben. Zum Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg solle eine internationale Konferenz einberufen werden, die G 7 unterstützen „einen internationalen Wiederaufbauplan“, der „von der Ukraine in enger Abstimmung mit internationalen Partnern ausgearbeitet und umgesetzt wird“.

          Nach Ansicht des Bundeskanzlers hat das Treffen in Elmau abermals „auf beeindruckende Weise“ die Geschlossenheit und Entschlossenheit der G 7 gezeigt, der russischen Aggression entgegenzutreten und den „erbarmungslosen Krieg“ Russlands zu verurteilen. Der Raketeneinschlag am Vortag in ein Einkaufszentrum in der Nähe von Kiew sei ein weiterer Beweis dafür, dass Putin seine „brutale Aggression gegenüber der Bevölkerung“ beibehalte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Markus Söder und das schöne Bayern

          Streit um Energiepolitik : Ende eines Erfolgsmodells

          Die bayerische CSU war schon immer gut darin, Unangenehmes auf andere Bundesländer abzuschieben. Bei der Energie könnte sie damit erstmals scheitern.
          Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) berührt eine Turbine der Nord Stream 1-Pipeline bei einem Besuch am 3. August 2022 im Werk von Siemens Energy.

          Gaskrise : Nord-Stream-Turbine noch immer bei Siemens Energy

          Die Turbine für die Gasleitung Nord Stream 1 befindet sich noch in Deutschland. Die Diskussion, wie sie verschifft werden kann, steht laut Energy-Chef Christian Bruch noch aus. Der Energiekonzern schrieb im zweiten Quartal rote Zahlen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.