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Schöders Englischkurs : Jetzt spricht er besser

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What is? Der Ex-Kanzler hat sein Englisch aufgepäppelt Bild: picture-alliance / dpa

Nach dem Ende seiner Kanzlerschaft ging Gerhard Schröder erst einmal nach Wales, um Englisch zu büffeln. Die Sprache war nie seine größte Stärke. Nun erhält er Lob von seinem Lehrer. Zumindest ansatzweise.

          Was macht ein Bundeskanzler, wenn er nicht mehr Bundeskanzler ist? Er lernt Englisch. Gerhard Schröder hat die vergangenen eineinhalb Wochen in einer Sprachenschule verbracht. Dafür suchte er sich kein berühmtes College in London oder New York aus. Nein, er verschanzte sich in Hissington, einem abgelegenen Dorf mitten in Wales, in einem ehemaligen Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert.

          Dem Vernehmen nach ist in dem Ort nur einmal etwas vergleichbar Außerordentliches geschehen. Damals wütete ein riesiger wildgewordener Bulle in der Stadt, bevor er in der Kirche gebändigt werden konnte. In dieser Einöde habe Schröder (“Da wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen!“), begleitet von Sicherheitskräften und Assistenten, die frische Landluft genossen, die Umgebung besichtigt und wie die anderen Sprachschüler Tischtennis gespielt. So ließ es sich der „Guardian“ nach Schröders Abreise erzählen. Auch im Pub sei er gewesen. Statt des walisischen Biers habe er jedoch dem Wein zugesprochen und das Essen in der Schule den deftigen Pub-Gerichten vorgezogen.

          Mit der Sprache gekämpft

          Mit dem Intensivsprachkurs will sich Schröder wohl für seinen weiteren Karriereweg rüsten. Der frühere Kanzler plant, ein Anwaltsbüro in Berlin nahe dem Brandenburger Tor zu eröffnen, und hat einen Beratervertrag mit dem Schweizer Verlagshaus Ringier unterschrieben. In den sieben Jahren als Bundeskanzler hatte Schröder des öfteren mit der englischen Sprache zu kämpfen. Bei Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten oder dem britischen Premierminister mußten stets Dolmetscher zur Stelle sein. Gegenüber Tony Blair soll er einmal selbstkritisch gewitzelt haben: „Die Journalisten brauchen keinen Übersetzer.“

          In dem Sprachen-College hatte Schröder, der „Altkanzler“, wie ihn seine Nachfolgerin am Mittwoch nannte, ein straffes Programm zu absolvieren. Nach einem kräftigen walisischen Frühstück waren sechs Stunden Einzelunterricht angesetzt, vor allem Kommunikationstraining, wenig Grammatik. 2000 Pfund (rund 3000 Euro) soll er für Unterricht und Unterkunft bezahlt haben. Wie gut oder wie schlecht sein Schüler vor dem Kurs gewesen sei, dazu wollte sich Besitzer Charles Jackson nicht äußern. „Das einzige was ich sagen kann, ist, daß er jetzt besser ist.“

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