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„Schläfen-Affäre“ : Bundeskanzler gewinnt Rechtsstreit

  • Aktualisiert am

Der Streit um des Kanzlers Haar ist entschieden Bild: dpa

Die Nachrichtenagentur ddp ist im Rechtsstreit um die Haarfarbe von Bundeskanzler Schröder unterlegen. Der Richter warf den Journalisten vor, schlampig recherchiert zu haben.

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          Die Nachrichtenagentur ddp darf Äußerungen einer Imageberaterin zu den Ihrer Ansicht nach gefärbten Haaren von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nicht weiter verbreiten. Das entschied die Pressekammer des Landesgerichts Hamburg am Freitag. Der Kanzler hatte nach der Verbreitung eines Interviews durch die Agentur im Januar dieses Jahres eine Unterlassungsklage gegen ddp angestrengt. Dieser wurde nun stattgegeben. Die Agentur will in die nächst höhere Instanz gehen.

          Richter Andreas Buske erklärte zur Begründung, die Verbreitung des Zitats einer Imageberaterin sei nicht rechtmäßig gewesen und hätte von ddp stärker hinterfragt werden müssen. „Es wäre eine sorgfältige Recherche nötig gewesen“, sagte Buske. ddp hätte sich bei der von ihr zitierten Imageberaterin erkundigen müssen, ob ihre Aussage auf einer Tatsache oder nur einer Vermutung beruhe. Die von ddp Veröffentlichte Richtigstellung des Berichts sei nicht uneingeschränkt gewesen, da dort nur die Ansicht des Kanzlers wiedergegeben worden sei. Schröder hatte nach dem Bericht erklärt, er lege Wert auf die Feststellung, dass sein Haar nicht gefärbt sei.

          Leicht ironischer Unterton

          Anwalt Sedelmeier hatte vor dem Landgericht erklärt, ddp habe mit der Veröffentlichung keinen Fehler begangen, weil nur das Zitat einer dritten Person verbreitet worden sei. Im Übrigen sei klar gewesen, dass bei diesem Thema mit einem leicht ironischen Unterton geschrieben wurde, so der Verteidiger.

          Die Nachrichtenagentur hatte ein Interview mit der Imageberaterin Sabine Schwind von Egelstein veröffentlicht, in dem diese sagte, Schröder würde glaubwürdiger wirken, wenn
          er sich „die grauen Schläfen nicht wegtönen würde". Schröders Friseure Udo Walz und Stephan Krause hatten bereits vor Beginn des Prozesses Anfang April eidesstattliche Erklärungen abgegeben, dass die Kanzlerhaare nicht gefärbt oder getönt seien.

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