Machtkampf eskaliert :
Rebellen stürmen Präsidentensitz im Jemen

Von Christoph Ehrhardt, Rainer Hermann
Lesezeit: 3 Min.
Anhänger der schiitischen Huthi-Miliz in den Straßen Sanaas
Der Machtkampf der schiitischen Houthi-Rebellen mit der Regierung eskaliert: Die Aufständischen haben den Präsidentenpalast gestürmt. Vertraute des Präsidenten sprechen von einem Putsch.

Im Jemen haben die schiitischen Houthi-Rebellen den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Sanaa gestürmt. Das bestätigte nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP die jemenitische Armee. Trotz eines Waffenstillstands, den die Aufständischen und das Militär am Montag vereinbart hatten, rückten die Houthi am Dienstag vor. Es wurden heftige Gefechte aus der Region um den Präsidentensitz gemeldet. Augenzeugen berichteten auch von Kämpfen innerhalb der Anlage. Die Houthi übernahmen nach Agenturberichten die Kontrolle über den Sitz von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der nur wenige Stunden zuvor zu eine Einigung in dem zerstörerischen Machtkampf gefordert hatte: „Wir stehen vor einem Scheideweg, Sein oder Nichtsein“, sagte er. Über sein Schicksal wurde zunächst nichts bekannt. Vertraute von Hadi sprachen von einem Putsch. Informationsministerin Nadia Sakkaf hatte den Aufständischen bereits am Montag vorgeworfen, einen „Staatsstreich“ zu verüben und die „Legitimität des Staates anzugreifen“, als diese ihre Präsenz in Sanaa ausweiteten.

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