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Schalits Heimkehr : Nach fünf Jahren

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Mancher mag nach der schwierigen Aktion zwischen Palästinensern, Israelis und Ägyptern hoffen, nun werde endlich auch der im Grunde tote Friedensprozess wieder mit Leben erfüllt. Dazu freilich bedürfte es eines Mindestmaßes an Vertrauen. Das jedoch ist nicht vorhanden.

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          Erstmals seit vielen Jahren ist ein israelischer Soldat lebend aus palästinensischer Geiselhaft heimgekehrt. Daher ist die Freude darüber verständlich, dass Gilad Schalit nach fünf Jahren wieder bei seiner Familie und in der Heimat ist. Daher begrüßen auch die meisten Israelis die Freilassung der inhaftierten Palästinenser. Freilich: Es gibt auch Skeptiker. Sie befürchten, die nächste Entführung könnte sich bald ereignen, denn im Gegenzug erlangen 1027 Palästinenser ihre Freiheit wieder, die sich teilweise schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben. Für die Angehörigen der Opfer muss das schrecklich sein.

          Ministerpräsident Netanjahu kann Schalits Freilassung als einen Erfolg verbuchen, den er dringend braucht. Denn die sozialen Unruhen in Israel und die wachsende Kritik an seiner Untätigkeit in Sachen Friedensgespräche mit den Palästinensern haben ihm zugesetzt. Es dürfte aber nicht einfach gewesen sein, ihn für diesen Austausch zu gewinnen. Netanjahu hat im Jahr 1976 seinen Bruder Jonathan verloren, als ein Spezialkommando die Geiseln von Entebbe befreite. Staatspräsident Peres hat Deutschland dafür gedankt, dass es - neben den unmittelbar Beteiligten - diskret in dieser Angelegenheit tätig war.

          Als eigentlicher Vermittler ist jedoch wieder Ägypten hervorgetreten. Offenbar ist dem seit Mubaraks Sturz herrschenden Militärrat unter Feldmarschall Tantawi daran gelegen, weiterhin als verlässlicher Partner zu erscheinen. Wird Ägypten nun zur Schutzmacht der Palästinenser? Schon ist zu hören, der Exil-Führer der Hamas, Khaled Meschal, fühle sich in der syrischen Hauptstadt Damaskus nicht mehr wohl und werde möglicherweise nach Kairo übersiedeln, weil das Assad-Regime seine Zukunft vielleicht hinter sich habe.

          Mancher mag nun hoffen, nach der schwierigen Aktion zwischen Palästinensern, Israelis und Ägyptern werde endlich auch der im Grunde tote Friedensprozess wieder mit Leben erfüllt. Dazu freilich bedürfte es eines Mindestmaßes an Vertrauen. Das jedoch ist nicht vorhanden, wie die jahrelangen, zähen, immer wieder vom Scheitern bedrohten Gespräche im Fall Schalit gezeigt haben. Mit der Freilassung von mehr als tausend Palästinensern glaubt Netanjahu genug Konzessionen gemacht zu haben. So wäre es fast ein Wunder, wenn er Palästinenser-Präsident Abbas endlich ein substantielles Angebot machte.

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