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Schäubles Vergleich : Schon damals

FDP-Chef Lindner fordert eine Entschuldigung wegen einer „Grenzübertretung“. Er meint damit nicht die Annexion der Krim.

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          Im Wettstreit der besten politischen Aprilscherze des Jahres 2014 sah die Meldung, dass der Berliner Großchaosflughafen vielleicht als unsanierbar abgerissen werden müsse, wie der sichere Gewinner aus – bis Christian Lindner Finanzminister Schäuble aufforderte, sich beim russischen Volk zu entschuldigen. Wegen einer „Grenzübertretung“.

          Der FDP-Chef meinte damit nicht die Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine und die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland, sondern Schäubles angeblichen Vergleich zwischen Putin und Hitler. Schäuble bestritt, dass das seine Absicht gewesen sei. Gesagt hatte er, dass im Falle der Krim „Methoden“ angewandt worden seien, wie sie „Hitler im Sudetenland“ praktiziert habe.

          „Völlig unhistorisch“, wie Lindner meint, ist dieser Hinweis nicht. Damals wie heute wurden Minderheiten angeführt, denen man zu Hilfe eilen müsse. Und schon damals gab es Politiker, die Verständnis für solchen Landraub forderten. Doch gibt es natürlich wesentliche Unterschiede, zum Beispiel diesen: Die Sudetendeutschen wurden drangsaliert, die Krimrussen nicht.

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