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Sarrazin und die SPD : Von B bis S

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Die Moral von der Geschicht': Rauswürfe stoppen den Bedeutungszuwachs nicht Bild: dpa

Thilo Sarrazin ging seinen sozialdemokratischen Weg stets gestützt auf die SPD und zu ihren Diensten. Traut sich die Parteiführung nun, ihn auszuschließen? Andere Beispiele zeigen jedenfalls, dass Rauswürfe den Bedeutungszuwachs nicht immer stoppen, kommentiert Georg Paul Hefty.

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          Kleine Geschichte der SPD von B bis S. So sollte das Handbuch für den Parteivorstand heißen. Klaus Uwe Benneter trat 1965 in die SPD ein, wurde 1977 aus der Partei ausgeschlossen, fand 1983 Wiederaufnahme, stieg zum Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und dann des Bundestages auf und erhielt 2004 das zweitwichtigste Parteiamt, das des Generalsekretärs.

          Die Moral von der Geschicht': Rauswürfe stoppen den Bedeutungszuwachs nicht. Diese Lektion hat Thilo Sarrazin aufmerksam verfolgt, denn bei Benneters Ausschluss war er schon Besitzer eines SPD-Parteibuches. Er ging seinen sozialdemokratischen Weg durch das Bundesfinanzministerium, durch Landesfinanzministerien, die Treuhandanstalt, die Bundesbahn und zuletzt die Bundesbank, stets gestützt auf seine Partei und in ihrem Namen sowie zu ihren Diensten und zu ihrem Ruhme. Traut sich die Parteiführung deswegen nun ihn auszuschließen, weil sie meint, der baldige Pensionär bringe es auch dann nicht mehr zum Spitzenfunktionär, wenn er eines Tages zurückgeholt werden müsste, um bestimmte Wähler zurückzugewinnen?

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