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Sanktionen gegen Russland : Wie Putin die EU glücklich machen würde

Die „Wertegemeinschaft“ hat noch nicht ganz vergessen, dass sie als Wirtschaftsunion anfing. Doch dem Kreml kann sie keinen Vertrauensvorschuss mehr gewähren. Darüber ginge sie selbst politisch bankrott.

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          Wie schwer die EU sich damit tut, Sanktionen gegen Moskau zu verhängen, hat man auch in dieser Woche wieder sehen können. Denn solche Maßnahmen schaden dem Geschäft. Und die „Wertegemeinschaft“ hat noch nicht ganz vergessen, dass sie einst als Wirtschaftsunion anfing. Manche Regierungen waren und sind zudem der Meinung, man sollte es lieber mit etwas mehr Appeasement bei Putin versuchen – jetzt, wo doch fast schon wieder Frieden herrsche im Osten der Ukraine.

          Doch mit solcher vorsätzlicher Selbsttäuschung hätte sich die EU lächerlich gemacht, manche meinen: vollends. Putin hat in den vergangenen Monaten seine Glaubwürdigkeit ruiniert.

          Der Westen kann sich nicht mehr auf seine Worte verlassen, sondern nur auf seine Taten. Bewiese er mit ihnen seinen Willen zur Beendigung dieses Krieges, dann könnte der Westen jederzeit die beschlossenen Sanktionen aussetzen oder ganz aufheben. Niemand wäre darüber so glücklich wie die EU. Einen Vertrauensvorschuss kann sie Putin nach allem, was geschehen ist, aber nicht mehr gewähren. Darüber ginge sie selbst politisch bankrott.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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