https://www.faz.net/-gpf-13rt5

S-Bahn-Mord in München : Härtere Strafen?

Es ist ebenso üblich wie verfrüht, schon kurz nach einem Gewaltverbrechen wie jetzt in München eine Verschärfung der Gesetze zu fordern. Doch die eigentliche Frage lautet: Was wird aus dem Staat, wenn man sich im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlen kann?

          1 Min.

          Es ist ebenso üblich wie verfrüht, schon kurz nach einem Gewaltverbrechen eine Verschärfung der Gesetze zu fordern. Hätte tatsächlich eine Höchstjugendstrafe von 15 Jahren oder die generelle Anwendung des Erwachsenenstrafrechts auf Heranwachsende den Mord von München verhindert? Andererseits erwarten bei solchen Anlässen viele von der Politik, dass sie sich Gedanken über den rechtlichen Rahmen macht.

          Zweifellos soll das Strafrecht auch abschrecken; und zweifellos gibt es eine Tendenz der Gerichte, junge Erwachsene, die Auto fahren, wählen und Kriegsdienst leisten dürfen, als unreif anzusehen, um das Jugendstrafrecht anwenden zu können. Doch das Strafrecht reagiert vor allem. Die Opfer haben von einer härteren Strafe nicht allzu viel.

          Die Frage lautet: Wie kann es sein, dass man in der wohlhabenden „heimlichen Hauptstadt“ Deutschlands am helllichten Tag auf diese Weise zum Opfer werden kann? Und das ist kein Einzelfall. Was wird aus dem Staat, aus der „öffentlichen Sache“, wenn man sich im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlen kann? Hier ist jeder Einzelne gefragt.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Vor dem CDU-Parteitag : Wer wird Kanzlerkandidat?

          In Leipzig wird das große Schaulaufen zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz erwartet. F.A.Z.-Ressortleiter Jasper von Altenbockum verrät im Video die Chancenverteilung und wen man nicht vergessen darf.
          Das Geburtshaus Hitlers (rechts) wurde mit einer Entschädigung von 812.000 Euro von seiner vorherigen Eigentürmerin enteignet.

          Hitlers Geburtshaus : Braunau braucht einen neuen Frame

          Hitlers Geburtshaus wird nach den Plänen des österreichischen Innenministers eine Polizeidienststelle. So soll es einer Erinnerung an den Nationalsozialismus entzogen werden. Manche finden: Es gäbe bessere Optionen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.