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Moskaus Muskelspiele : Russen probten offenbar Raketenangriff über Bornholm

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Undatiertes Nato-Handout einer russischen MiG-31. Kampfjets dieses Typs waren auch an den Manövern in den vergangenen Tagen beteiligt Bild: Reuters

Die russische Luftwaffe hat im Sommer offenbar einen Raketenangriff auf die Insel Bornholm simuliert. Der dänische Geheimdienst spricht von Aggressivität, wie seit dem Ende der Sowjetunion nicht mehr.

          Russische Flugzeuge haben nach Medienberichten im Sommer über der dänischen Insel Bornholm einen Raketenangriff simuliert. Wie die Tageszeitung „Jyllands-Posten“ berichtet, war der Vorfall im Juni Teil einer Flugübung über der Ostsee, die der dänische Militärnachrichtendienst FE am Donnerstag als „die größte in der Umgebung seit 1991“ bezeichnete.

          „Obwohl es sich größtenteils um bekannte Flugmanöver handelte, war ein Teil der Aktivitäten von einem aggressiveren Charakter, als wir ihn in vielen Jahren beobachtet haben“, hieß es in dem Bericht des Nachrichtendienstes zur Risikobewertung. Die Übung habe „wahrscheinlich auch simulierte Raketenangriffe umfasst“.

          In seinem Bericht bewertet der FE den Einfluss von ausländischen Entwicklungen auf die dänische Sicherheit. „Wir weisen auf eine neue Entwicklung in der Ostsee hin, aber was das langfristig bedeutet, wagen wir noch nicht abschließend zu sagen“, sagte FE-Chef Thomas Ahrenkiel der „Jyllands-Posten“.

          Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin sagte FAZ.NET am Abend, über den Vorfall gebe es noch keine Erkenntnisse.

          Zwischenfälle mit russischen Fliegern kommen in Ost- und Nordeuropa und den Baltenstaaten immer wieder vor. Für Aufhorchen sorgte in der Mitteilung der Nato vom Mittwoch aber etwa, dass sich russische Kampfbomber auch westlich von Portugal bewegten. Den Angaben der Allianz zufolge hielten sich die russischen Flieger jedoch jeweils im internationalen Luftraum auf.

          Russischer Militärexperte spricht von normalem Vorgang

          Angesichts des Konflikts um die Ostukraine sind die traditionell schwierigen Beziehungen zwischen der Nato und Russland seit Monaten äußerst angespannt. Die Allianz wirft Moskau vor, den Konflikt in der Ukraine immer wieder angeheizt zu haben und auch Soldaten ins Nachbarland geschickt zu haben.

          Russlands Regierung schwieg sich zu den Vorwürfen der Nato aus. Der russische Militärexperte Igor Korotschenko, Chefredakteur einer Zeitschrift für Militärpolitik und Mitglied im Fachbeirat des russischen Verteidigungsministeriums, bezeichnete die Flüge als einen normalen Vorgang. „Die Luftwaffe trainiert und macht Aufklärungsflüge um die Vorhaben unserer Kollegen von der Nato besser zu verstehen“, sagte Korotschenko. Russland habe das Recht, Aufklärung im neutralen Luftraum zu betreiben.

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