https://www.faz.net/-gpf-85g1p

Rückschlag für Heckler&Koch : Litauen legt Kauf des Sturmgewehrs G36 auf Eis

  • Aktualisiert am

Zwei Sturmgewehre G36 von Heckler und Koch liegen am 07. Mai 2015 in Oberndorf in der Firmenzentrale auf einem Tisch vor einem Logo des Waffenproduzenten Bild: dpa

Der deutsche Streit um die Präzision des G36 zeigt bei den Nato-Partnern Wirkung. Litauen will 8000 Sturmgewehre des Typs vorerst nicht beschaffen – und mehr Informationen über etwaige Mängel.

          1 Min.

          Litauen hat wegen etwaiger Präzisionsmängel des in Deutschland umstrittenen Sturmgewehrs G36 den geplanten Erwerb zusätzlicher Exemplare der Waffe vorläufig ausgesetzt. Nach Beratungen mit Berlin habe das Verteidigungsministerium in Vilnius den Kauf auf 2016 verschoben, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die deutsche Seite habe Litauen im April über mögliche Probleme informiert. Nach einem Bericht des SWR geht es um 8000 Gewehre, die vorerst nicht beschafft werden sollen.

          Litauen erwarte zum Jahresende die Ergebnisse der derzeit in Deutschland durchgeführten Prüfungen, sagte die Sprecherin. Außerdem gebe es eigene Tests. Eine Entscheidung über die weitere Beschaffung von G36 soll nach deren Abschluss getroffen werden. Bisher hat Litauen für seine Armee G36 für 12,8 Millionen Euro erworben.

          Die litauische Armee nutzt wie die Bundeswehr das G36 als Standardgewehr - bislang ohne Probleme. „Unsere Soldaten betrachten die G36 als eine gutbewährte und sehr gute Waffe“, sagte Verteidigungsminister Juozas Olekas dem litauischen Nachrichtenportal 15min.lt. Beschwerden über die Genauigkeit habe es noch nicht gegeben.

          An der Treffsicherheit des G36 bei großer Hitze und Dauerfeuer gibt es Zweifel. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ordnete deshalb jüngst an, alle 167.000 Exemplare des Standardgewehrs der Bundeswehr auszumustern oder nachzurüsten. Der Hersteller Heckler & Koch will etwaige Mängel der Waffe juristisch klären lassen.

          Weitere Themen

          Bremst Corona die Fridays for Future Bewegung aus? Video-Seite öffnen

          Luisa Neubauer im Interview : Bremst Corona die Fridays for Future Bewegung aus?

          Inmitten steigender Corona-Zahlen geht „Fridays for Future“ nach langer Pandemie-Pause wieder auf die Straße. Warum die Entscheidung für die Streiks gefallen ist und was die die Klimabewegung aus der Corona-Krise mitnehmen will, erzählt die Klima-Aktivistin Luise Neubauer im Video. Das ganze Interview hören Sie im „F.A.Z. Podcast für Deutschland.“

          Topmeldungen

          Besucherinnen bei der Kampagnenveranstaltung Donald Trumps Mitte September in Phoenix.

          Wahlkampf in Amerika : Mein Latino, dein Latino

          Amerikas Demokraten haben im Wahlkampf Arizona, einst eine republikanische Bastion, im Visier. Der demographische Wandel ist auf ihrer Seite. Doch Donald Trump hält dagegen.
          Bas Dost traf für die Eintracht zum 2:0.

          3:1 bei Hertha BSC : Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          Hertha BSC wollte den Schwung vom Auftaktsieg mitnehmen. Der Plan geht gewaltig nach hinten los. Frankfurt verliert zwar früh einen Spieler, nutzt aber die Torchancen – und steht vorerst an der Tabellenspitze.
          Pandemie in der Luft: Eine Flugbegleiterin auf einem Flug von Kairo nach Scharm al Scheich

          Reisewarnungen wegen Corona : Wie wird eine Region zum Risikogebiet?

          Das Auswärtige Amt tüftelt an den neuen Regeln für Reisen während der Corona-Pandemie. Einige Warnungen könnten wegfallen. Aber das ist kein Grund für allzu große Freude mit Blick auf Herbst- und Winterferien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.