https://www.faz.net/-gpf-2nr2

Rohwedder-Attentat : Offenbar nach zehn Jahren aufgeklärt

  • Aktualisiert am

Rohwedder (1990) Bild: dpa

Der Mord an dem ehemaligen Treuhand-Chef Rohwedder ist nach gut zehn Jahren offenbar weitgehend aufgeklärt. Die Spur führt zu RAF-Terrorist Grams.

          Der Mord an dem ehemaligen Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder ist nach gut zehn Jahren offenbar weitgehend aufgeklärt. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch
          mitteilte, konnte mit modernen wissenschaftlichen Methoden eine bei dem 1991 Ermordeten gefundene Haarspur dem Terroristen Wolfgang Grams zugeordnet werden.

          Grams kam 1993 bei einem Schusswechsel mit der Polizei auf dem Bahnhof von Bad Kleinen ums Leben.

          Zu dem neuen Ergebnis kamen die Ermittler den Angaben zufolge mit Hilfe einer molekulargenetischen Untersuchung der Haare. Diese habe zweifelsfrei ergeben, dass die Haarspur Grams zuzuordnen sei, der seit 1984 mit Haftbefehl als Mitglied der „Rote-Armee-Fraktion“ gesucht worden war.

          Der Industrielle und spätere Chef der Treuhandanstalt, Rohwedder, war am 1. April 1991 in seinem Privathaus in Düsseldorf-Oberkassel erschossen worden. Bei dem Attentat wurde auch seine Frau durch Schüsse am Arm verletzt.

          Die Schüsse waren seinerzeit aus einem gegenüberliegenden Schrebergartengelände, vermutlich von einem Gartenstuhl aus abgegeben. Unmittelbar neben diesem Stuhl lag ein Selbstbezichtigungsschreiben, das mit „Rote Armee Fraktion Kommando Ulrich Wessel“ unterzeichnet und dem RAF-Emblem versehen war. Im Gebüsch daneben wurde ein Frotteehandtuch sichergestellt, an dem menschliche Haare zu finden waren. Diese wurden jetzt DNA-analytisch untersucht, wobei sich die Spur zu Grams ergab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kanzlerin Merkel steigt nach ihrer Jahrespressekonferenz vor der Sommerpause ins Auto.

          Fridays for Future : Merkel lobt Greta Thunberg

          Aktivisten hätten der Regierung geholfen, „entschlossener an die Sache heranzugehen“. Der Wald soll beim Klimaschutz künftig eine größer Rolle spielen.

          FAZ Plus Artikel: Waldsterben : Abschied von der Fichte

          Nur vom Wald noch denkt der Städter in romantischen Kategorien. Aber die deutschen Wälder werden bald anders aussehen, als wir es gewöhnt sind – vor allem die so wohlduftende Fichte ist in Gefahr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.