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Rösler und die Koalition : Liberale Liebe

Geht in die Offensive: Philipp Rösler (FDP) Bild: dpa

Philipp Rösler will sich und seine Partei vor der Wahl in Niedersachsen möglichst teuer verkaufen. Damit richtet er sich auch an seine „Freunde“ in der FDP.

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          Vor der Koalitionsrunde am 4. November - dem Tag also, an dem sich drei regierende Parteivorsitzende treffen, die mindestens vier Meinungen haben - wird noch oft von „Konfrontationskurs“ zu lesen sein. Es ist die letzte Gelegenheit, das Terrain vor der Bundestagswahl und vor den Wahlen in Niedersachsen und Bayern abzustecken. Und wie gewohnt werden FDP und CSU dabei eine herausragende Rolle spielen - wie jetzt, im Streit über die Abschaffung der Praxisgebühr als „Gegenleistung“ für das Betreuungsgeld.

          Philipp Rösler kämpft dabei an zwei Fronten - in der Koalition und gegen seine „Freunde“ in der FDP. Auch seine Breitseite gegen die Union am Wochenende war mindestens so sehr ein Manöver in eigener Sache wie ein Angriff auf die Koalition. Ihm geht es um seine in der FDP immer wieder in Zweifel gezogene Führungsstärke.

          Die Rösler-Kritiker in der FDP fürchten offenbar nichts so sehr wie seinen Wahlerfolg in Niedersachsen. Ihr jüngstes Opfer war der eigene Generalsekretär Döring - wegen dessen tollpatschiger Kampagne gegen Steinbrücks Nebeneinkünfte. Das saß er zwar ausnahmsweise in einem Boot mit der CSU, die mindestens genauso ruderte. Aber manchmal macht liberale Liebe eben blind.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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